Wissen · 2. Oktober 2026
Kurz gefasst

TSRE5 ist ein freier Strecken-Editor für Routen im Format des Microsoft Train Simulator, das Open Rails bis heute einliest. Ein einzelner Hobbyentwickler hat ihn geschrieben, und in der Community hat er den alten MSTS-Editor als Werkzeug weitgehend abgelöst.
Eine Strecke besteht aus drei Ebenen, die du alle mit dem Programm bearbeitest: dem Gelände, dem Gleisnetz und den Szenerieobjekten. Zu Letzteren zählen Gebäude, Bäume, Brücken, Bahnsteige und Signale, aber auch Kleinigkeiten wie Zäune oder Schilder.
Interessant wird der Editor für Spieler meist dann, wenn sie eine vorhandene Strecke nach eigenen Vorstellungen anpassen wollen. Um ein fehlendes Gebäude zu ergänzen oder ein Anschlussgleis nachzurüsten, brauchst du keine Programmierkenntnisse. Dasselbe gilt, wenn du einen Bahnhof dichter gestalten willst.
Jede Strecke liegt als Ordner im Verzeichnis ROUTES deiner Open-Rails- oder MSTS-Installation. Wenn du die Unterordner kennst, verstehst du schneller, was der Editor beim Speichern verändert.
Am vorsichtigsten musst du mit der Gleisdatenbank umgehen. Ist sie fehlerhaft, finden Fahrpläne und Aktivitäten ihre Wege nicht mehr, auch wenn die Gleise im Bild korrekt aussehen.
Eine Installation gibt es bei TSRE5 nicht. Du entpackst das Programm in einen eigenen Ordner und trägst in der Konfigurationsdatei den Pfad zu deinem Spielverzeichnis ein, erst dann bietet der Editor beim Start die vorhandenen Strecken zur Auswahl an.
Bevor du eine Strecke öffnest, kopierst du ihren kompletten Ordner und arbeitest nur an dieser Kopie unter neuem Namen. Das Original bleibt so für den normalen Fahrbetrieb unverändert, und du kannst jederzeit darauf zurückgreifen.
In der ersten Sitzung genügt es, mit Kamera und Kachelansicht warm zu werden. Wer sofort Objekte verschiebt, weiß bald nicht mehr, welche Änderung was bewirkt hat.
Am leichtesten fängst du mit Szenerieobjekten an, denn sie berühren die Gleislogik nicht. Ein falsch gesetztes Haus stört höchstens das Bild.
Im Editor wählst du ein Modell aus der Objektbibliothek, setzt es auf das Gelände und richtest es aus. Höhe und Drehung kannst du nachträglich korrigieren, bis das Gebäude bündig auf dem Boden steht und weder schwebt noch einsinkt.
Achte darauf, wie viele Objekte du in einem Bereich platzierst. Viele detaillierte Modelle in einem Bahnhof kosten Bildrate, gerade in Open Rails mit hoher Sichtweite. Mehr dazu steht im Beitrag über Performance in Open Rails.
Bei Schmalspurstrecken solltest du Maßstab und Proportionen genau prüfen. Bahnsteige, Ladestraßen und Lichtraum fallen kleiner aus als bei der Regelspur, und regelspurige Objekte wirken neben Meterspurgleisen schnell zu wuchtig. Was sich bei der Meterspur im Simulator sonst ändert, erklärt ein eigener Artikel.
Der Freeware-Fundus für MSTS und Open Rails ist über zwei Jahrzehnte gewachsen und umfasst Tausende Gebäude, Fahrzeuge und Gleissets. Dass ein Objekt kostenlos ist, heißt allerdings noch nicht, dass du es beliebig verwenden darfst.
Fast jedes Paket bringt eine Readme mit, in der der Autor festlegt, was erlaubt ist. Oft verlangt er die Nennung seines Namens, verbietet die Weitergabe in fremden Paketen oder schließt kommerzielle Nutzung aus.
Technisch gehören neue Modelle in den SHAPES-Ordner und ihre Texturen in den TEXTURES-Ordner der Strecke. Fehlt eine Textur, erscheint das Objekt im Editor und im Spiel ohne Oberfläche oder gar nicht.
Kleine, klar umrissene Projekte gelingen deutlich öfter als der Umbau einer ganzen Strecke. Für den Anfang ist ein einzelner Bahnhof oder ein Abschnitt von wenigen Kilometern realistisch.
Bevor du den Editor öffnest, recherchierst du. Wo Gebäude stehen und wie Gleise verlaufen, zeigen Gleispläne und historische Fotos, noch besser ein Besuch vor Ort. Wie viel Betrieb ein Bahnhof abwickeln muss, beschreibt zum Beispiel der Artikel zum Gleisplan in Wernigerode.
Zwischen den Schritten legst du Sicherungskopien mit dem Datum im Namen an. Geht nach einer Gleisänderung etwas schief, kehrst du zum letzten funktionierenden Stand zurück.
Der HSB Simulator ist ein kostenloses Add-On, das die Harzer Schmalspurbahnen für Open Rails nachbildet. Er ist noch nicht veröffentlicht, du kannst ihn also derzeit weder herunterladen noch umbauen.
Welche Teile der Strecke später für eigene Anpassungen offenstehen und unter welchen Bedingungen, klärt sich mit der Veröffentlichung. Bis dahin kannst du TSRE5 an einer anderen Freeware-Strecke lernen, dann sitzen die Grundlagen schon.
Welche Abschnitte das Projekt abdeckt, steht auf der Seite zu den Strecken. Weitere Hintergründe zu Betrieb und Technik sammelt der Wissensbereich, Neuigkeiten zum Projekt findest du auf der Startseite.
Ja, TSRE5 ist ein freier Strecken-Editor, den ein Hobbyentwickler bereitstellt, und er bearbeitet Strecken im MSTS-Format, das auch Open Rails verwendet.
Ja, mit TSRE5 kannst du Gelände, Gleise und Szenerieobjekte einer vorhandenen Open-Rails-Strecke bearbeiten, solltest dabei aber immer an einer Kopie des Streckenordners arbeiten, damit das Original erhalten bleibt.
Ob du Freeware-Objekte in eine eigene Strecke einbauen darfst, hängt von der Lizenz des jeweiligen Autors ab, die meist in der Readme des Pakets steht. Viele Autoren erlauben die private Nutzung, verlangen aber eine Nennung oder untersagen die Weitergabe in fremden Paketen.
Nein, der HSB Simulator für Open Rails ist noch nicht veröffentlicht, und ob und wie seine Strecke für eigene Umbauten freigegeben wird, steht noch nicht fest.