Wissen · 18. Oktober 2026
Kurz gefasst

Das Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen ist 140,4 Kilometer lang und vollständig in Meterspur gebaut, also mit 1000 Millimetern Spurweite. Es gilt als das längste zusammenhängende Schmalspurnetz in Deutschland.
Auf dieser Länge liegen nach Angaben der HSB über 40 Bahnhöfe und Haltepunkte; die deutsche Wikipedia zählt genauer 25 Bahnhöfe und 22 Haltepunkte. Dazu kommen rund 400 Brücken und Durchlässe, 202 Bahnübergänge und ein einziger Tunnel, der Thumkuhlenkopftunnel an der Harzquerbahn.
Betreiber ist die Harzer Schmalspurbahnen GmbH mit Sitz in Wernigerode. Ihr gehören die Landkreise Harz und Nordhausen, die Städte Wernigerode, Nordhausen, Harzgerode, Quedlinburg und Oberharz am Brocken, die Gemeinde Harztor und die Braunlage Tourismus GmbH.
Gefahren wird auf dem Netz mit 25 Dampflokomotiven, 12 Dieselloks und 10 Triebwagen, die HSB nennt mehr als eine Million Fahrgäste im Jahr.
Die Harzquerbahn von Nordhausen nach Wernigerode ist 60,5 Kilometer lang, die Brockenbahn von Drei Annen Hohne zum Gipfel 19 Kilometer. Für die Selketalbahn bleiben rund 60 Kilometer, und bei ihr gehen die Angaben in Reiseführern und Prospekten am weitesten auseinander.
Das liegt daran, dass die Selketalbahn aus mehreren Ästen besteht. Ihre Hauptstrecke führt von Quedlinburg über Gernrode, Alexisbad und Stiege nach Hasselfelde: 8,5 Kilometer bis Gernrode und 40,4 Kilometer von Gernrode bis Hasselfelde. Dazu gehören die 2,9 Kilometer lange Stichstrecke von Alexisbad nach Harzgerode und die knapp 9 Kilometer lange Verbindung von Stiege nach Eisfelder Talmühle.
Wer nur Quedlinburg bis Hasselfelde rechnet, kommt also auf knapp 49 Kilometer, mit beiden Abzweigen auf rund 60. Je nachdem, welche Äste eine Quelle mitzählt, liest Du für die Selketalbahn deshalb Werte zwischen knapp 50 und 60 Kilometern.
Auch die Brockenbahn wirkt im Fahrplan länger, als sie ist. Viele Züge zum Gipfel beginnen in Wernigerode und fahren die ersten gut 14 Kilometer auf der Harzquerbahn bis Drei Annen Hohne. Erst dort beginnen die 19 Kilometer der eigentlichen Brockenbahn, zusammen sind es rund 33 Kilometer bis zum Bahnhof Brocken auf 1125 Metern Höhe.
Das heutige Netz geht auf zwei private Gesellschaften zurück. Die Gernrode-Harzgeroder Eisenbahn-Gesellschaft (GHE) eröffnete am 7. August 1887 den Abschnitt von Gernrode nach Mägdesprung, damit ist die Selketalbahn der älteste Teil des Netzes.
Die GHE baute in kleinen Schritten weiter. Am 1. Juli 1888 fuhren die Züge bis Alexisbad und Harzgerode, 1889 und 1890 kam die Strecke über Silberhütte und Lindenberg, das heutige Straßberg, bis Güntersberge hinzu. Stiege erreichte die Bahn am 1. Dezember 1891, Hasselfelde am 29. April 1892.
Die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn-Gesellschaft (NWE) baute die Harzquerbahn von beiden Enden her. Im Süden ging der Abschnitt von Nordhausen bis Ilfeld am 12. Juli 1897 in Betrieb, im Norden am 20. Juni 1898 die Strecke von Wernigerode nach Drei Annen Hohne und weiter bis Schierke. Am 27. März 1899 war die Lücke zwischen Benneckenstein und Drei Annen Hohne geschlossen, und die Brockenbahn führte bis auf den Gipfel.
1905 kam die Verbindung von Stiege nach Eisfelder Talmühle hinzu. Erst seitdem hängen die Bahnen von GHE und NWE zusammen, und ein Güterwagen kann von Gernrode bis Wernigerode rollen, ohne umgeladen zu werden.
Im Frühjahr 1946 wurde die Selketalbahn als Reparationsleistung für die Sowjetunion zum großen Teil abgebaut. Stehen blieb vor allem der Abschnitt Stiege nach Hasselfelde samt Verbindung nach Eisfelder Talmühle; den Betrieb dort übernahm ab dem 15. April 1946 die NWE von der Harzquerbahn aus.
Ab Herbst 1946 wurde die Strecke von Gernrode aus neu aufgebaut und erreichte bis 1949 wieder Lindenberg, ab dem 1. Juli 1950 fuhren auch wieder Züge nach Harzgerode. Am 1. April 1949 wurden GHE und NWE der Deutschen Reichsbahn unterstellt, die das Netz bis 1993 betrieb.
Zwischen Straßberg und Stiege blieb mehr als drei Jahrzehnte lang eine Lücke. Die Reichsbahn schloss sie erst 1983/84, unter anderem für die Versorgung des neuen Heizkraftwerks Silberhütte mit Braunkohle und für den Rollwagenverkehr. Seit dem 3. Juni 1984 fahren wieder Reisezüge durchgehend von Gernrode nach Hasselfelde, und seit 1983 hat Stiege seine Wendeschleife, über die der Artikel zur Selketalbahn mehr erzählt.
Auf der Brockenbahn endete der Reiseverkehr zwischen Schierke und dem Brocken am 14. August 1961, einen Tag nach dem Mauerbau, weil der Gipfel im Grenzsperrgebiet lag. Güterzüge fuhren noch bis 1988 hinauf. Am 15. September 1991 eröffneten zwei Dampfzüge den öffentlichen Verkehr zum Brocken neu.
Die Harzer Schmalspurbahnen GmbH wurde am 19. November 1991 gegründet und übernahm am 1. Februar 1993 alle drei Strecken von der Deutschen Reichsbahn. Seitdem liegt das gesamte Netz bei einem Unternehmen, dessen Gesellschafter überwiegend Landkreise und Kommunen an der Strecke sind.
Am 1. Mai 2004 kam ein Mischbetrieb mit der Straßenbahn dazu. Die Linie 10 der Straßenbahn Nordhausen fährt seitdem aus der Stadt auf die Gleise der Harzquerbahn und weiter bis Ilfeld, mit Zweisystemwagen vom Typ Combino Duo, die auf der HSB-Strecke ihren Strom aus einem Dieselgenerator an Bord beziehen.
Die bisher letzte Erweiterung liegt im Osten. Auf der Regelspurstrecke von Gernrode nach Quedlinburg fuhr am 31. Januar 2004 der letzte Zug; die HSB übernahm den 8,5 Kilometer langen Abschnitt und baute ihn ab dem 18. April 2005 auf Meterspur um. Am 4. März 2006 fuhren die ersten Sonderzüge, der planmäßige Verkehr begann am 26. Juni 2006.
Drei Bahnhöfe verbinden die Strecken miteinander. In Drei Annen Hohne, bei Kilometer 46,4 der Harzquerbahn von Nordhausen aus gerechnet, zweigt die Brockenbahn ab. In Eisfelder Talmühle bei Kilometer 17,3 trifft die Verbindung aus Stiege auf die Harzquerbahn.
Stiege ist der Knoten innerhalb der Selketalbahn: Hier trennen sich die Wege nach Hasselfelde und nach Eisfelder Talmühle, und hier liegt die Wendeschleife. Alexisbad ist dazu der Abzweig der kurzen Strecke nach Harzgerode.
Von Quedlinburg nach Wernigerode kommst Du so durchgehend auf Meterspur, über Gernrode, Stiege, Eisfelder Talmühle und Drei Annen Hohne. Einen geschlossenen Ring bildet das Netz dabei nicht: Quedlinburg, Hasselfelde, Harzgerode, Nordhausen, Wernigerode und der Brocken sind Endpunkte.
In Wernigerode, Nordhausen und Quedlinburg liegen die Schmalspurgleise am Bahnhof der Regelspur, dort steigst Du aus dem Regionalzug um. Der Schmalspurbahnhof in Nordhausen heißt Nordhausen Nord. Abfahrtszeiten und Anschlüsse ändern sich mit jedem Fahrplanjahr, die gültigen Zeiten veröffentlicht die HSB auf hsb-wr.de.
Der HSB Simulator bildet für Open Rails das Netz der drei Strecken nach, dazu die Linie 10 der Straßenbahn Nordhausen. Was dabei zu welchem Abschnitt gehört, beschreibt die Streckenseite mit den wichtigsten Bahnhöfen und Steigungen. Das Add-On ist noch nicht veröffentlicht; den Termin kündigt das Projekt auf seinem Youtube-Kanal an.
Die Knoten aus diesem Artikel sind im Simulator die Orte, an denen Züge sich kreuzen und Anschlüsse aufeinander warten. Wer in Wernigerode losfährt, entscheidet in Drei Annen Hohne, ob es zum Brocken oder über die Höhe nach Eisfelder Talmühle und Nordhausen geht.
Für den Einstieg empfiehlt die Streckenseite die Selketalbahn mit ihren moderaten Steigungen, danach die Harzquerbahn und zuletzt die Brockenbahn mit bis zu 33 Promille.
Das Netz der Harzer Schmalspurbahnen ist 140,4 Kilometer lang und durchgehend in Meterspur (1000 mm) gebaut. Davon entfallen 60,5 Kilometer auf die Harzquerbahn, 19 auf die Brockenbahn und rund 60 auf die Selketalbahn mit ihren Abzweigen.
Zur HSB gehören die Harzquerbahn von Nordhausen nach Wernigerode, die Brockenbahn von Drei Annen Hohne zum Brocken und die Selketalbahn von Quedlinburg nach Hasselfelde mit den Abzweigen nach Harzgerode und Eisfelder Talmühle.
In Drei Annen Hohne zweigt die Brockenbahn von der Harzquerbahn ab, in Eisfelder Talmühle trifft die Verbindung aus Stiege auf die Harzquerbahn. Stiege ist der Knoten innerhalb der Selketalbahn.
Die Harzer Schmalspurbahnen GmbH wurde am 19. November 1991 gegründet und betreibt das Netz seit dem 1. Februar 1993. Vorher gehörte es ab 1949 zur Deutschen Reichsbahn.
Noch nicht. Der HSB Simulator für Open Rails ist nicht veröffentlicht, der Termin wird auf dem Youtube-Kanal des Projekts angekündigt.