Wissen · 15. September 2026
Kurz gefasst

Die Brockenbahn ist knapp 19 Kilometer lang und führt von Drei Annen Hohne über Schierke hinauf zum Brockenbahnhof auf 1.125 Metern über dem Meer. Von den drei Ästen im Netz der Harzer Schmalspurbahnen ist sie der kürzeste und zugleich der steilste.
Der Höhenunterschied beträgt rund 585 Meter. Drei Annen Hohne liegt auf etwa 540 Metern, der Gipfelbahnhof auf 1.125 Metern, und dazwischen gibt es keinen nennenswerten Gefälleabschnitt: Die Strecke steigt praktisch durchgehend.
Gebaut ist die Bergstrecke in Meterspur, also 1000 Millimeter Spurweite, und sie arbeitet ohne Zahnstange. Die maßgebende Steigung von 33 Promille bewältigen die Züge allein über die Reibung zwischen Rad und Schiene.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit im gesamten HSB-Netz liegt bei 40 km/h. Auf der Bergstrecke begrenzt sie den Betrieb selten, weil Zuglast und Kesseldruck vorher an ihre Grenze kommen.
Die Brockenbahn zweigt in Drei Annen Hohne von der Harzquerbahn ab und legt sich anschließend in weiten Bögen an den Nordhang des Brockens. Die Erbauer verteilten den Höhengewinn über die gesamte Länge der Strecke.
Die Betriebsstellen in der Reihenfolge der Bergfahrt:
Zwischen diesen Punkten fährt der Zug fast ausschließlich durch Wald. Mit der Höhe wechselt der Bestand von Fichtenforst über Windwurfflächen zu den niedrigen, vom Wetter geformten Beständen kurz unter der Kuppe.
Drei Annen Hohne ist der wichtigste Knoten im Netz und liegt bei Streckenkilometer 46,4 der Harzquerbahn, von Nordhausen aus gerechnet. Hier treffen Züge aus Wernigerode und aus Nordhausen auf die Brockenzüge.
Der Bahnhof hat wenige Gleise, auf denen in kurzer Zeit viel passiert. Die Zugfolge auf der Bergstrecke hängt von den Ankünften aus dem Tal ab, also wird gewartet und gekreuzt, bis die Anschlüsse stimmen.
Wer im Simulator eine Bergfahrt fährt, startet hier mit einer bereits vollen Aufgabe. Feuer, Wasserstand und Kohlevorrat sollten in Drei Annen Hohne stimmen, denn danach arbeitet die Lok über eine halbe Stunde am Stück gegen die Steigung.
Eine Übersicht über alle vier Teile des Netzes mit Längen und Steigungen steht auf der Seite Strecken.
Schierke ist der einzige Zwischenbahnhof der Bergstrecke und liegt deutlich oberhalb des Ortes am Hang. Vom Bahnsteig führt der Weg in den Ortskern bergab, was viele Fahrgäste beim ersten Besuch unterschätzen.
Der Bahnhof dient als Kreuzungsstelle. Auf einer eingleisigen Bergstrecke mit dichtem Verkehr ist er die Stelle, an der sich Berg- und Talzüge begegnen können, und er ist Endpunkt für Züge, die nicht bis zum Gipfel durchfahren.
Schon der Abschnitt bis Schierke ist Bergfahrt, anspruchsvoller wird es dahinter. Ab hier zieht sich die Trasse in langen Bögen am Hang entlang, und die Aufgabe bleibt über Kilometer die gleiche: Dampf halten, ohne das Feuer zu ersticken.
Im letzten Streckenabschnitt umrundet die Bahn den Brocken spiralförmig und gewinnt dabei die restliche Höhe. Die Luftlinie ist kurz, der Weg auf der Schiene deutlich länger, und so kam die Trassierung von 1899 auf eine fahrbare Steigung.
Der Brockenbahnhof liegt auf 1.125 Metern und damit rund 16 Meter unter dem Gipfel des Brockens, der 1.141 Meter misst. Vom Bahnsteig sind es wenige Gehminuten auf das Plateau.
Am Bahnhof setzt die Lok über das Umsetzgleis um, bevor es zurück ins Tal geht. Dazu kommt der Wasserhalt, der zum Aufenthalt oben gehört.
Auf dem Gipfel sind Nebel, Wind und früher Schnee der Normalfall, klare Sicht über den halben Harz die Ausnahme. Beides lässt sich im Simulator über die Wettereinstellungen von Open Rails nachstellen.
33 Promille heißen 33 Meter Höhengewinn auf 1000 Meter Strecke. Für eine Adhäsionsbahn ist das der Bereich, in dem die Zuglast begrenzt wird und eine Dampflok dauerhaft an ihrer Leistungsgrenze arbeitet.
Bergwärts ist Heizen die eigentliche Arbeit. Wer zu spät nachlegt oder den Regler zu großzügig öffnet, verliert Kesseldruck an einer Stelle, an der es keine Erholungsstrecke gibt.
Talwärts wird die Bremse zum wichtigsten Bedienelement. Ein Zug auf 33 Promille Gefälle wird schneller, als du es beim ersten Versuch erwartest, und eine sorgfältige Bremsprobe vor der Abfahrt gehört zum Ablauf.
Auf der Bergstrecke fahren beim Vorbild überwiegend die Neubau-Dampflokomotiven der Baureihe 99.23-24 aus den 1950er Jahren. Sie sind die kräftigsten Maschinen im Netz und deshalb vor Brockenzügen die Regel.
Der HSB Simulator bildet die Brockenbahn als Teil des rund 140 Kilometer langen Meterspurnetzes nach, zusammen mit Harzquerbahn, Selketalbahn und der Straßenbahnlinie 10 in Nordhausen. Grundlage ist Open Rails in der Stable Version 1.4.
Nachgebildet sind Trassenführung, Steigung und die Schleife um den Gipfel, dazu die Bahnhöfe Drei Annen Hohne, Schierke und Brocken. Das Gelände stammt aus NASA-Höhendaten und deckt rund 1.600 Quadratkilometer ab.
Befahren lässt sich die Strecke später in den 30 zweisprachigen Aufgaben und im Fahrplan-Modus, in dem ein kompletter Betriebstag hinterlegt ist. Wer lieber zuschaut, bewegt sich als Trainspotter frei über die Karte.
Das Add-on ist kostenlose Freeware und noch nicht veröffentlicht. Einen Download gibt es bisher nicht, nur einen laufenden Entwicklungsstand; die aktuellen Informationen dazu stehen auf der Startseite.
Gebaut hat die Bergstrecke die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn-Gesellschaft (NWE). Der Abschnitt bis Schierke ging 1898 in Betrieb, die Fortsetzung bis zum Gipfel am 27. März 1899.
Von 1961 bis 1991 fuhr kein planmäßiger Reisezug auf den Brocken, weil der Gipfel im Grenzsperrgebiet der DDR lag und militärisch genutzt wurde. Als Versorgungsbahn blieb die Strecke in Betrieb.
Am 15. September 1991 nahm die Bergstrecke den Reiseverkehr zum Brocken wieder auf, seit 1993 betreibt die Harzer Schmalspurbahnen GmbH das Netz. Die ausführliche Fassung mit Sperrgebiet, Öffnung am 3. Dezember 1989 und Sanierung steht im Artikel Die Brockenbahn: Geschichte der Bergstrecke.
Weitere Artikel zu Fahrzeugen, Signalen und Betriebsabläufen sammelt der Bereich Wissen.
Die Brockenbahn ist knapp 19 Kilometer lang und führt von Drei Annen Hohne auf rund 540 Metern zum Brockenbahnhof auf 1.125 Metern. Sie überwindet dabei etwa 585 Höhenmeter, und das ohne Zahnstange.
An der Brockenbahn liegen Drei Annen Hohne als Ausgangspunkt, Schierke als einziger Zwischenbahnhof und der Brockenbahnhof auf 1.125 Metern als Endpunkt. Im oberen Abschnitt kommt der Haltepunkt Goetheweg für Wanderer dazu.
Die maßgebende Steigung der Brockenbahn liegt bei 33 Promille, also 33 Meter Höhengewinn auf 1000 Meter Strecke. Für eine Adhäsionsbahn ist das viel, und es begrenzt die Zuglast der Dampflokomotiven.
Der HSB Simulator bildet die Brockenbahn für Open Rails nach, ist aber noch nicht veröffentlicht. Einen Download gibt es derzeit nicht; das Add-on wird kostenlose Freeware sein.
Die Brockenbahn zweigt in Drei Annen Hohne bei Streckenkilometer 46,4 der Harzquerbahn ab, von Nordhausen aus gerechnet. Der Bahnhof ist zugleich der wichtigste Knotenpunkt im Netz der Harzer Schmalspurbahnen.