Wissen · 6. August 2026
Kurz gefasst

Die Bergstrecke ist der 19 Kilometer lange Ast der Harzer Schmalspurbahnen von Drei Annen Hohne über Schierke hinauf zum Brocken. Sie zweigt in Drei Annen Hohne von der Harzquerbahn ab und endet am Bahnhof auf dem Gipfel.
Wie das gesamte Netz ist sie in Meterspur ausgeführt, also 1000 Millimeter Spurweite. Das war um 1900 die übliche Wahl, wenn eine Bahn engen Radien und starken Steigungen folgen musste, statt sie mit teuren Kunstbauten zu umgehen.
Der Brocken misst 1141 Meter und ist damit der höchste Berg des Harzes und Norddeutschlands. Die Bahn erschließt ihn ohne Zahnstange und ohne Seilbetrieb – rein im Adhäsionsbetrieb, allein über Reibung zwischen Rad und Schiene.
Eine Übersicht aller Strecken des Netzes und ihrer Verknüpfungen findest Du unter Strecken.
Gebaut wurde die Brockenbahn von der Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn-Gesellschaft, kurz NWE, die bereits die Harzquerbahn zwischen Wernigerode und Nordhausen betrieb. Die Bergstrecke war deren Ergänzung: ein Ast zum bekanntesten Ausflugsziel der Region.
Der Abschnitt von Drei Annen Hohne nach Schierke ging 1898 in Betrieb, der Rest bis zum Gipfel folgte am 27. März 1899. Damit war der Brocken erstmals ohne Fußmarsch oder Kutschfahrt erreichbar.
Der Bau war Handarbeit mit Schaufel, Hacke und Sprengladung. Die Trasse wurde in Hanglagen eingeschnitten, in Sumpf- und Moorbereichen des Hochharzes aufgeschüttet und über weite Strecken durch Fichtenwald geführt.
Wirtschaftlich lebte die Bergstrecke von Anfang an vom Ausflugsverkehr. Sie war nie eine Güterbahn im eigentlichen Sinn, sondern eine Touristenbahn mit ganzjährigem Betrieb – und blieb es bis heute.
Die maßgebende Steigung der Bergstrecke liegt bei 33 Promille, also 33 Metern Höhengewinn auf 1000 Metern Länge. Für eine Adhäsionsbahn ist das viel: Es begrenzt die Zuglast und verlangt sorgfältiges Bremsen in der Talfahrt.
Statt kurzer, steiler Rampen setzten die Erbauer auf Länge. Die Trasse legt sich in weiten Bögen und Kehren an die Hänge, um die Höhe gleichmäßig zu verteilen – deshalb wirkt die Fahrt lang, obwohl die Luftlinie kurz ist.
Das auffälligste Element ist die Schleife um den Gipfel selbst. Die Strecke umrundet den Brocken im letzten Abschnitt spiralförmig und gewinnt dabei die restliche Höhe, bevor sie den Bahnhof erreicht.
Fahrdynamisch bedeutet das: Auf dem Berg wird gearbeitet, nicht gerollt. Wer im Simulator die Bergstrecke fährt, hält den Regler lange offen und achtet auf Kessel und Feuer statt auf Höchstgeschwindigkeit. Mehr zum Betrieb auf Schmalspur steht im Wissensbereich.
1961 endete der öffentliche Reiseverkehr zum Brocken. Der Gipfel lag unmittelbar an der innerdeutschen Grenze, und nach dem Mauerbau im August 1961 wurde er zum militärischen Sperrgebiet erklärt.
Auf dem Plateau entstanden Anlagen zur Funkaufklärung, betrieben von sowjetischen Streitkräften und vom Ministerium für Staatssicherheit. Der Berg war von einer Mauer umgeben; zivile Besucher kamen fast drei Jahrzehnte lang nicht hinauf.
Die Bahnstrecke selbst blieb liegen und blieb in Betrieb – aber als Versorgungsbahn. Sie transportierte Material, Kohle und Personal für die Anlagen auf dem Gipfel, nicht mehr Ausflügler.
Für die HSB-Geschichte ist das der entscheidende Bruch: Nicht Streckenstilllegung, sondern politische Abriegelung nahm der Bergstrecke ihren Zweck. Der Rest des Netzes fuhr in dieser Zeit weiter Reisende, Holz und Güter.
Am 3. Dezember 1989 stiegen Tausende Menschen zu Fuß auf den Brocken und erzwangen damit faktisch die Öffnung des Gipfels. Das Datum gilt als Ende der Sperrzone und ist in der Region bis heute ein fester Bezugspunkt.
Die militärischen Anlagen wurden in den Folgejahren geräumt, der Brocken kam zum 1990 gegründeten Nationalpark im Hochharz. Damit änderte sich auch die Rolle der Bahn: Autoverkehr auf der Brockenstraße blieb gesperrt, die Schiene wurde zum Hauptzubringer.
Vor der Wiederaufnahme des Reiseverkehrs stand eine Sanierung der Strecke und der Anlagen auf dem Gipfel. Am 15. September 1991 fuhren wieder planmäßige Reisezüge bis zum Brockenbahnhof.
Seither ist die Bergstrecke ganzjährig in Betrieb, mit Dampfbetrieb als Regelfall statt als Sonderveranstaltung – ein Punkt, der sie von den meisten erhaltenen Schmalspurbahnen unterscheidet.
Drei Betreiber prägen die Geschichte der Strecke. Bis 1949 gehörte sie der privaten NWE, danach der Deutschen Reichsbahn, seit 1993 der Harzer Schmalspurbahnen GmbH.
Die HSB wurde 1993 als kommunales Unternehmen gegründet und übernahm das zusammenhängende Meterspurnetz aus Harzquerbahn, Brockenbahn und Selketalbahn. Damit blieb ein Netz erhalten, das andernorts in dieser Zeit stückweise stillgelegt wurde.
Auf der Bergstrecke dominieren die Neubau-Dampflokomotiven der Baureihe 99.23-24, gebaut in den 1950er Jahren. Sie sind kräftig genug für die Steigung und bilden bis heute das Rückgrat des Brockenverkehrs.
Der Betriebsschwerpunkt liegt in Wernigerode: Dort sitzen Bahnbetriebswerk, Bekohlung und Lokschuppen, von denen aus die Bergstrecke bedient wird.
Die Bergstrecke ist der bekannteste Abschnitt des Netzes und deshalb auch der, an dem sich eine Nachbildung messen lassen muss. Trassenführung, Steigung und die Gipfelschleife bestimmen, wie sich eine Fahrt anfühlt.
Das Add-on für Open Rails bildet die Harzer Schmalspurbahnen nach und ist kostenlose Freeware. Es ist noch nicht veröffentlicht – es gibt derzeit keinen Download, sondern einen laufenden Entwicklungsstand.
Wer den Fortschritt verfolgen will, findet die aktuellen Informationen auf der Startseite und die Streckenübersicht unter Strecken.
Hintergrundwissen zu Schmalspurbetrieb, Fahrzeugen und Signalen sammeln wir fortlaufend im Wissensbereich – gedacht als Vorbereitung für alle, die später selbst am Regler sitzen wollen.
Der Abschnitt von Drei Annen Hohne nach Schierke ging 1898 in Betrieb, der Rest bis zum Gipfel wurde am 27. März 1899 eröffnet. Gebaut hatte die Strecke die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn-Gesellschaft (NWE).
Der Brocken lag direkt an der innerdeutschen Grenze und wurde 1961 zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Die Strecke blieb in Betrieb, aber nur noch für Versorgungsfahrten zu den Anlagen auf dem Gipfel.
Nach der Öffnung des Gipfels am 3. Dezember 1989 und der Sanierung der Strecke wurde der planmäßige Reiseverkehr zum Brocken am 15. September 1991 wieder aufgenommen.
Nein. Die Bergstrecke ist eine reine Adhäsionsbahn in Meterspur; die maßgebende Steigung von rund 33 Promille wird allein über Reibung zwischen Rad und Schiene bewältigt.
Noch nicht. Das Add-on für Open Rails befindet sich in Entwicklung und ist bisher nicht veröffentlicht; es wird kostenlose Freeware sein.