­čÜé Die Harzer Schmalspurbahnen f├╝r Open Rails

„HSB Simulator“ war ein umfassend ausgestattetes fan-made Add-On zur Zugsimulation „Open Rails“, welches die Strecken der Harzquer-, Selketal- und Brockenbahn sowie der Stra├čenbahn Linie 10 in Nordhausen authentisch nachbildete und den Harz in nahezu 1:1 virtuell „erfahrbar“ machte.


Warum ist HSB Simulator nicht mehr verf├╝gbar?

Am 15. April 2023 hat ein Autor die Freigabe zur Verwendung seines Rollmaterials f├╝r mein Streckenprojekt widerrufen. Der Bitte komme ich unverz├╝glich, jedoch schweren Herzens, zum 17. April 2023 nach. Damit ist der mitgelieferte Fuhrpark nicht mehr vollst├Ąndig. Die fehlenden Fahrzeuge „mal eben so“ in Eigenleistung zu ersetzen, dazu fehlt mir die n├Âtige Zeit und das Know-How.

Gibt es keine anderen Fahrzeuge, um die Strecke zu nutzen?

Doch, Fahrzeugmodelle der HSB sind auch einzeln im Internet zu finden. Diese Modelle sind aber fast ausschlie├člich f├╝r den Train Simulator von Microsoft (2001) entwickelt. Kompatibilit├Ątsprobleme sind m├Âglich und bekannt. – Zweitens waren die mit freundlicher Genehmigung ihrer Autoren bereitgestellten Fahrzeuge in „HSB Simulator“ nicht nur kompatibel zu OpenRails aufgearbeitet, sondern auch um viele Funktionen und Details erg├Ąnzt worden. Diese Arbeit mittels Anleitungen oder einzelnen Updates je Fahrzeug dem Benutzer zu ├╝berlassen, halte ich aber nicht f├╝r zumutbar.

Weshalb wurde das betreffende Material zur├╝ckgerufen?

In seiner Mail vom 15. April 2023 begr├╝ndet der Autor den Widerruf seines Anteils am Fuhrpark mit einer unlauteren „gewerblichen Absicht“ meinerseits. Er verweist hierbei auf den Forenbeitrag „Harzer Schmalspurbahn f├╝r OpenRails“ auf der Szene-Plattform TSSF.eu. In diesem Forenbeitrag kann man den Eindruck gewinnen, ich h├Ątte mich am Verkauf fremder Werke bereichert und Freeware als Payware angeboten.

Stimmen diese Behauptungen?

Nein. Diese und ├Ąhnlich lautende Behauptungen weise ich zur├╝ck. Die Bereicherung an den Werken anderer ist auch f├╝r mich ein absolutes Tabu und No-Go und entspicht nicht meiner moralischen ├ťberzeugung. Den zwei seit jeher in der Szene gelebten Grunds├Ątzen, erstens Freeware bleibt Freeware und zweitens, Urheber bestimmen allein ├╝ber die Art und Weise der Ver├Âffentlichung ihres geistigen Eigentums, bin ich treu gefolgt. Den ersten Grundsatz habe ich gewahrt, den zweiten legitim genutzt.

Wie l├Ąsst sich das belegen?

Am 17.02.23 stand das virtuelle Streckennetz der HSB erstmals f├╝r die Nutzung unter OpenRails zum Download bereit. Die Strecke war in zwei Downloadpaketen kostenfrei verf├╝gbar: „HSB Content“ (1) und das Zubeh├Âr „HSB World“ bzw. sp├Ąter „Demo Map“ (2). Gesplittet wurden diese Dateien f├╝r die HSB-Strecke, um Aktualisierungen zu vereinfachen. Ein aktualisierter Upload von Download 2 war leichter ohne die knapp 2 Gigabyte von Download 1.

Screenshot von hsb-simulator.com, 17.04.23

Der Download „HSB Content“ (1) enthielt die gesamte Streckenausstattung f├╝r Szenerie und Gel├Ąnde sowie den kompletten Fuhrpark. Hierunter auch die Werke des betreffenden Autoren sowie meine eigenen Werke aus acht Jahren Arbeit, die ich sozusagen im Austausch mit den bezogenen Werken kostenfrei anbot. Ein Geben und Nehmen, wie in der Szene ├╝blich.

Download (2) enthielt die sogenannten „World“-Dateien. Sie dienen in einem Streckenprojekt haupts├Ąchlich dazu, die einzelnen Szenerieobjekte zum gew├╝nschten Landschaftsbild zu arrangieren. Sie sind somit das Ergebnis meines eigentlichen Streckenbaus.

Beide Downloads standen kostenlos als Freeware zur Verf├╝gung. In Kombination der Pakete war es jedem m├Âglich, meine Strecke im Sinne einer Zugsimulation vollumf├Ąnglich zu nutzen. Diese Nutzung umfasst das Befahren aller Streckenteile mit dem Rollmaterial, alleine oder im Multiplayer, auch die Bearbeitung und Erweiterung oder auch das Erweitern um eigene Aufgaben oder Fahrplan-Sets f├╝r den Timetable-Modus von OpenRails. Dazu notwendige Tools liefert die Basis-Software OpenRails weitestgehend mit.

Fazit: Den Grundsatz „Freeware bleibt Freeware“ habe ich somit gewahrt und als Gegenleistung den L├Âwenanteil meiner acht Jahre w├Ąhrenden Arbeit der Community kostenlos zur Verf├╝gung gestellt.

Woher kommt dann das Thema „Payware“?

Im Anschluss an den Streckenbau hatte ich im Alleingang drittens selbst noch ein Paket aus Aufgaben und Fahrpl├Ąnen f├╝r den Timetable-Modus in OpenRails erstellt. Der Download dieses optionalen „Add-On zum Add-On“ wurde von mir als Payware angeboten. Damit wollte ich die mir entstandenen Kosten des Streckenbaus (Quellen, Lizenzen, Texturen, Tools, usw.) kompensieren, soweit es ein Nieschenprojekt wie dieses zulassen w├╝rde. Da mir das fraglich schien, rief ich au├čerdem einen kleinen Shop mit eigenen Merchandise-Produkten ins Leben. Somit nutzte ich meine Website, auf welcher die Freeware zum Download stand, parallel auch gewerblich. Wom├Âglich spielte das f├╝r das Aufkommen fraglicher Ansichten eine Rolle.

Wurden in der Payware Urheberrechte verletzt?

Nein. Ein Blick in diesen kostenpflichtigen Download zeigt, dass hier ausschlie├člich Dateiverzeichnisse enthalten sind, aus denen OpenRails Aufgabenparameter liest: Aufgaben, Pfade, Dienste und Verkehrsdaten. Diese Dateien k├Ânnen von niemand anderem als mir stammen, da man diese Dateien ohne zugeh├Ârige Strecke nicht erstellen kann.

Ordnerverzeichnis in der Payware „HSB-Simulator.zip“

Beigelegt habe ich dieser Payware auch nochmals die ebenso frei erh├Ąltlichen „World“-Dateien. Dadurch wurde Nutzern ein Download erspart und die Installation vereinfacht: Download 1+2 (freie Strecke) oder Download 1+3 (Strecke+Add-On). – Da auch diese Dateien von mir stammen, wird mit diesem Dateienset kein Urheberrecht anderer beeintr├Ąchtigt.

Aber diese Dateien ben├Âtigen die Strecke und ihre Freeware?

Es ist richtig, dass die angebotene Payware f├╝r die Verwendung mit der HSB-Strecke und die HSB-Strecke wiederum zur Verwendung mit OpenRails genutzt werden konnte. Das ist eine technische Abh├Ąngigkeit. Da alle Bestandteile aber markt├╝blich „wie sie sind“ lizensiert wurden, bilden sie rechtlich getrennt zu betrachtende Software-Bestandteile. Und der jeweilige Urheber hat das alleinige Bestimmungs- und Verwertungsrecht an seinem geistigen Eigentum.

Theoretisch k├Ânnte jeder der f├Ąhig ist, ein selbstentwickeltes Erweiterungspaket auch zu einer v├Âllig fremden Software/Strecke verkaufen, ohne dass es dem Einverst├Ąndnis des Urhebers bedarf. Naheliegender Beweis dessen sind eine Vielzahl von Add-Ons, die erst in Verbindung mit dem Train Simulator von Microsoft nutzbar und legal auf dem Markt waren.

Doch selbst wenn man sich auf die technische Abh├Ąngigkeit bezieht; w├Ąre es denkbar, dass ein Benutzer die Payware ohne OpenRails oder HSB-Strecke nutzt. Etwa, um sich mit Hilfe der enthaltenen Timetables die Programmierung solcher anzulernen. Das ist zwar ein unwahrscheinliches, aber vorstellbares Beispiel f├╝r eine alleinige Nutzungsm├Âglichkeit meiner Payware.

Da die Datei-Sets „wie sie sind“ angeboten wurden und Nutzungsformen der einzelnen Produkte vielf├Ąltig denkbar sind, kann die Kompatibilit├Ąt meiner Payware gegen├╝ber der Freeware-Strecke keine Urheberrechtsverletzung oder einen Betrug darstellen.

Aber lag ├╝berhaupt eine Freigabe des Autoren vor?

Ja. Die Freigabe wurde am 7. Juni 2022 per Mail ausdr├╝cklich ohne jegliche Forderungen erteilt. Die Verwendung ausschlie├člich als „Freeware“ gem├Ą├č genannten Grunds├Ątzen der Szene wurde von mir stillschweigend angenommen und eingehalten. Anders als es Leser auf TSSF.eu verstehen k├Ânnten, habe ich mich zudem durchaus an einer optionalen Spendenaktion des Autors beteiligt und spendete im Zusammenhang einer Freigabe 2015 einen Betrag von 75,00 Euro unter der Spendennummer 048.

Fazit:

Einen Betrug oder Urheberrechtsverletzungen kann ich nicht ausfindig machen. Freeware blieb Freeware und Freeware wurde von mir gleichfalls nach Tauschprinzip erstellt und mit der Community geteilt. Daneben habe ich weitere Teile meines Schaffens monetarisiert. Als Urheber mein gutes Recht und eine Person kann und darf Freeware- und Payware-Autor vereinen.

Die Reaktion des Autors, ohne weitere Eskalationsstufen den Widerruf auszusprechen, kann ich unter dem Eindruck des Forenbeitrags, in welchem das in Abrede gestellt wird, dennoch nachvollziehen. Die Begr├╝ndung des Widerrufs teile ich nicht, respektiere aber ohne Einschr├Ąnkung seine W├╝nsche als Urheber seiner Werke. Gefreut h├Ątte mich die M├Âglichkeit eines Gespr├Ąchs vor dem Widerruf. Dennoch sch├Ątze ich den Kollegen f├╝r seine professionellen Arbeiten, das gemeinsame Interesse an der HSB und den stets freundlichen Schriftverkehr. – Zum Schutz seiner Privatssph├Ąre wurden pers├Ânliche Angaben geschw├Ąrzt.

Danke f├╝rs Zusteigen!

Abschlie├čend m├Âchte ich mich nochmals bei allen Mitwirkenden, den Autoren und Ratgebern der letzten Jahre bestens bedanken. Auch bei meiner Familie und Freunden, die mich f├╝r die Arbeit an „HSB Simulator“ oft entbehren mussten. Und einen „harzlichen“ Dank sende ich all‘ den Usern, f├╝r ihre Anerkennung und die gemeinsame Begeisterung am Projekt. Diese Zeit, kann uns keiner nehmen.

Ein besonderer Dank gilt zudem den Jungs auf Facebook, welche mich in den vergangenen Wochen h├Ąufig im Support und bei der Fehlersuche unterst├╝tzt haben sowie f├╝r alle User auf Discord eine mir neue M├Âglichkeit des gegenseitigen Austauschs geschaffen haben. – Schlie├čen m├Âchte ich diese Stellungnahme mit etwas Sch├Ânem und so zitiere ich das wohl sch├Ânste aller Komplimente, welche mich bez├╝glich „HSB Simulator“ in den letzten Wochen erreicht haben:

„Ich bin so begeistert, wie es Dein Opi w├Ąre, wenn er das noch h├Ątte erleben d├╝rfen.“

Chris aus Erfurt, Februar 2023

F├╝r die Zukunft w├╝nsche ich allen beste Gesundheit!

Harzliche Gr├╝├če,
Chris

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