Wissen · 18. September 2026
Kurz gefasst

Meterspur heißt, dass die Schienen 1000 Millimeter auseinanderliegen. Die Regelspur, auf der praktisch der gesamte deutsche Fernverkehr fährt, misst 1435 Millimeter.
Die Harzer Schmalspurbahnen fahren durchgehend auf Meterspur, von Wernigerode über Drei Annen Hohne bis Nordhausen und im Osten durch das Selketal. Im HSB Simulator sind daraus rund 140 Kilometer Streckennetz geworden, aufgeteilt auf Harzquerbahn, Brockenbahn, Selketalbahn und die Straßenbahnlinie 10 in Nordhausen.
Die Differenz von 435 Millimetern klingt nach einem Detail, zieht sich aber durch den gesamten Betrieb. Fahrzeugbreite, Bogenradien, Zuglänge, Trassierung und zulässige Geschwindigkeit hängen daran. Eine Übersicht über alle vier Teilnetze steht auf der Seite Strecken.
Schmalspurbahnen wurden gebaut, um dem Gelände zu folgen. Wo eine Regelspurstrecke einen Einschnitt oder einen Damm bekommen hätte, legt sich die Meterspurtrasse in einen Bogen um den Hang herum.
Im Simulator merkst Du das sofort: Die Strecke ist selten länger als ein paar hundert Meter gerade. Im Führerstand heißt das kurze Sichtweiten, spät auftauchende Signale und einen Vorblick, der ständig zur Seite wandert.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Netz der Harzer Schmalspurbahnen liegt bei 40 km/h. Wer von schnellen Regelspurstrecken kommt, hält das zunächst für gemütlich. Spätestens nach der ersten Bergfahrt wird klar, dass diese 40 km/h fast durchgehend am Limit gefahren werden und kaum Spielraum lassen, wenn ein Anschluss zu halten ist.
In der Außenansicht fällt der zweite Unterschied auf: Ein Zug aus mehreren kurzen Wagen knickt in engen Bögen sichtbar ab.
Ein typischer Schmalspurzug im Harz besteht aus einer Dampflok und einer Handvoll Wagen. Gegenüber einem Regelspur-Güterzug mit tausend Tonnen ist das eine völlig andere Größenordnung.
Für die Fahrweise hat das mehrere Folgen:
Der Kessel ist der zweite begrenzende Faktor. Eine kleine Dampflok hat weniger Wasser- und Dampfvorrat als eine große Schnellzuglok, also musst Du früher nachlegen und die Bergfahrt vorausschauend planen.
Die Strecken der Harzer Schmalspurbahnen sind eingleisig. Zwischen zwei Bahnhöfen gibt es genau ein Gleis, und darauf darf sich immer nur ein Zug befinden.
Viele Regelspurstrecken in Simulatoren haben für jede Richtung ein eigenes Gleis. Auf der Meterspur teilen sich Berg- und Talfahrt denselben Strang, und die Reihenfolge wird im Voraus festgelegt.
Eine Verspätung bleibt damit selten bei einem Zug. Kommst Du zu spät in einen Bahnhof, in dem ein Gegenzug wartet, verspätet sich der Gegenzug ebenfalls, und der Effekt pflanzt sich über die Strecke fort. Im Schmalspurbetrieb ist die Ankunftszeit an einem Kreuzungsbahnhof deshalb oft wichtiger als die Abfahrtszeit am Startbahnhof.
Ein Kreuzungsbahnhof ist ein Bahnhof mit mindestens zwei durchgehenden Gleisen, in dem sich zwei Züge begegnen können. Auf eingleisigen Strecken sind das die einzigen Stellen, an denen Gegenverkehr überhaupt möglich ist.
Im Harzer Netz kreuzen Züge unter anderem in Drei Annen Hohne, dem Knotenpunkt zwischen Harzquerbahn und Brockenbahn, in Eisfelder Talmühle mit der Verbindung zur Selketalbahn und in Alexisbad, wo die Strecke nach Harzgerode abzweigt.
Der Ablauf einer Kreuzung folgt immer demselben Muster:
Für Dich als Fahrer bedeutet das Wartezeit, die im Fahrplan bereits eingeplant ist. Wie die Signalbilder dabei zu lesen sind, ist in den Beiträgen im Bereich Wissen ausführlicher beschrieben.
Die Brockenbahn steigt ab Drei Annen Hohne auf knapp 19 Kilometern bis zum Brockenbahnhof auf 1.125 Metern über dem Meer, mit Steigungen von bis zu 33 Promille. 33 Promille sind 33 Meter Höhengewinn pro Kilometer Strecke.
Auf Hauptbahnen der Regelspur sind solche Werte unüblich. Im Schmalspurbau waren sie eine bewusste Entscheidung: steilere Rampen statt teurer Tunnel und Viadukte.
Die Bergfahrt läuft dadurch über eine halbe Stunde unter nahezu voller Last. Der Kesseldruck wird zur eigentlichen Fahrgrenze, und wer zu spät nachlegt, bleibt am Hang mit sinkendem Druck stehen.
Die Talfahrt stellt die umgekehrte Aufgabe. Über viele Kilometer wirkt das Gefälle dauerhaft beschleunigend, und die Bremse muss so dosiert werden, dass sie am Ende der Rampe noch Reserve hat.
Open Rails ist ein kostenloser Zugsimulator für Windows, der Strecken, Fahrzeuge und Aufgaben als externe Dateien lädt. Der HSB Simulator setzt als Add-On auf der Stable-Version 1.4 auf und läuft auf Windows-PCs ab Windows 7 einschließlich Windows 11.
Spurweite, Bogenradien, Neigungen und Fahrzeugdaten liegen in den Streckendaten des Add-Ons. Im Simulator selbst gibt es dafür keine Einstellung. Du installierst Open Rails also einmal und bekommst die Meterspur mit dem Add-On.
Kleinere Massen, geringere Geschwindigkeiten und lange Steigungen ergeben ein Fahrgefühl, das mit schweren Regelspurzügen wenig gemeinsam hat.
Der HSB Simulator ist noch nicht veröffentlicht. Was geplant ist, welche Fahrzeuge dazugehören und welche Systemvoraussetzungen gelten, steht auf der Startseite.
Wer bisher auf Regelspurstrecken gefahren ist, stellt sich am schnellsten um, wenn er ein paar Gewohnheiten ändert.
Für die ersten Fahrten eignet sich die Selketalbahn besser als die Brockenbahn, weil die Züge kurz sind, die Steigungen moderat bleiben und die Bahnhöfe übersichtlich aufgebaut sind. Danach zeigt die Harzquerbahn das Zusammenspiel aus Fahrplan, Kreuzungen und Streckenlänge. Die Bergfahrt zum Brocken lohnt sich zum Schluss.
Meterspur ist eine Spurweite von 1000 Millimetern zwischen den Schieneninnenkanten. Die Regelspur misst dagegen 1435 Millimeter, und die Harzer Schmalspurbahnen fahren durchgehend auf Meterspur.
Schmalspurstrecken folgen dem Gelände mit engen Bögen und starken Steigungen, was die zulässige Geschwindigkeit begrenzt. Im Netz der Harzer Schmalspurbahnen liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 40 km/h.
Ein Kreuzungsbahnhof ist ein Bahnhof mit mindestens zwei durchgehenden Gleisen, in dem sich auf einer eingleisigen Strecke zwei Züge begegnen können. Im Harzer Netz haben unter anderem Drei Annen Hohne, Eisfelder Talmühle und Alexisbad diese Funktion.
Nein, Spurweite, Bogenradien und Neigungen stecken in den Streckendaten des jeweiligen Add-Ons, und der Simulator selbst hat dafür keine Option. Der HSB Simulator setzt auf der Stable-Version 1.4 von Open Rails auf.
Nein, das Add-On ist noch nicht veröffentlicht. Die Veröffentlichung wird über den Youtube-Kanal des Projekts angekündigt.