Wissen · 8. September 2026
Kurz gefasst

Die Harzquerbahn ist 60,5 Kilometer lang und in Meterspur (1000 mm) ausgeführt. Sie beginnt in Nordhausen in Thüringen, quert den gesamten Harz von Süd nach Nord und endet in Wernigerode in Sachsen-Anhalt. Betreiber ist die Harzer Schmalspurbahnen GmbH, die auch die Brockenbahn und die Selketalbahn fährt.
Auf diesen 60 Kilometern liegen über 30 Bahnhöfe, Haltepunkte und Dienststellen. Das ist ein Halt etwa alle zwei Kilometer, und es erklärt, warum die Fahrzeit für die Gesamtstrecke nach Angaben der HSB bei rund drei Stunden liegt, obwohl die Luftlinie zwischen den Endpunkten kaum 35 Kilometer beträgt.
Die Höhen der beiden Endpunkte liegen erstaunlich dicht beieinander: Nordhausen Nord liegt auf 184 Metern über NN, Wernigerode auf 234 Metern. Der Unterschied von 50 Metern sagt über die Strecke allerdings nichts aus, denn dazwischen liegt der Scheitelpunkt auf 556 Metern. Ein Zug klettert also von beiden Seiten rund 350 Höhenmeter hinauf und wieder hinunter.
Die größte Steigung beträgt 33 Promille, also 33 Meter Höhengewinn auf 1000 Meter Strecke. Der kleinste Kurvenradius liegt bei 60 Metern und findet sich bei Steinerne Renne. Beide Werte sind der Grund, warum auf dem Netz 40 km/h zulässig sind und nicht mehr.
Von Nordhausen aus gerechnet reiht sich die Strecke so aneinander. Die Kilometrierung beginnt im Süden, deshalb liegt Eisfelder Talmühle bei Kilometer 17,3 und Drei Annen Hohne bei Kilometer 46,4.
Zwischen diesen Punkten liegen weitere Haltepunkte und Betriebsstellen. Insgesamt zählt die Strecke über 30 davon, was bei 60,5 Kilometern einen Halt etwa alle zwei Kilometer bedeutet.
Wer in Wernigerode startet, fährt zuerst durch die Stadt. Der Zug verlässt den Bahnhof Wernigerode, passiert Westerntor mit seiner bekannten Kreuzung und erreicht über Wernigerode-Hasserode den Stadtrand. Bis hierhin ist die Steigung moderat, der Betrieb dafür dicht: Straßenkreuzungen, Bahnübergänge und Fußgänger prägen den Abschnitt mehr als das Höhenprofil.
Hinter Hasserode ändert sich das. Die Strecke folgt dem Tal der Holtemme aufwärts, und bei Steinerne Renne liegt der engste Bogen der ganzen Strecke mit 60 Metern Radius. Von hier an geht es durchgehend bergauf bis Drei Annen Hohne.
Drei Annen Hohne bei Streckenkilometer 46,4, von Nordhausen aus gerechnet, ist der wichtigste Knoten des Netzes. Hier zweigt die Brockenbahn ab, und hier warten Züge aufeinander. Wer den Bahnhof im Simulator zum ersten Mal anfährt, unterschätzt gern, wie viel Betrieb auf so wenig Gleis stattfindet. Zur Geschichte der Bergstrecke selbst gibt es einen eigenen Artikel über die Brockenbahn.
Zwischen Drei Annen Hohne und Benneckenstein liegt der höchste Abschnitt der Strecke. Der Zug erreicht Elend, dann Sorge, und zwischen diesen beiden Orten liegt der Scheitelpunkt der Harzquerbahn auf 556 Metern über NN.
Der höchste Bahnhof der Strecke ist trotzdem nicht dort, sondern Benneckenstein mit 530 Metern über NN. Der Scheitelpunkt liegt auf freier Strecke, nicht in einem Bahnhof, was für den Fahrbetrieb einen praktischen Unterschied macht: Es gibt oben keine Gelegenheit, in Ruhe Wasser zu nehmen oder das Feuer zu richten. Wer mit zu wenig Dampf über die Höhe geht, hat die Sache schon vorher verloren.
Die Namen dieses Abschnitts sind für Bahnfans ein eigenes Thema. Sorge und Elend liegen direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, und die Strecke lag hier jahrzehntelang im Grenzgebiet. Der Ortsname Elend geht auf das mittelhochdeutsche Wort für Fremde oder Verbannung zurück und hat mit dem heutigen Wortsinn nichts zu tun.
Südlich von Benneckenstein fällt die Strecke ab. Der nächste größere Punkt ist Eisfelder Talmühle bei Streckenkilometer 17,3, ein Bahnhof, der praktisch nur aus Bahnbetrieb besteht und kaum aus Ort. Hier trifft die Harzquerbahn auf die Selketalbahn, die über Stiege und Hasselfelde kommt.
Weiter unten liegt Netzkater, mitten im alten Bergbaurevier, und kurz darauf Ilfeld. Zwischen diesen Punkten passiert der Zug den Thumkuhlenkopftunnel. Mit 58 Metern Länge ist er der einzige Tunnel im gesamten Netz der Harzer Schmalspurbahnen, was ihn für so ein großes Netz zu einer echten Seltenheit macht.
Ab Ilfeld wird die Strecke flacher und städtischer. Über Niedersachswerfen Ost erreicht der Zug Nordhausen Nord auf 184 Metern. Am Bahnhof Nordhausen Nord endet nicht nur die Harzquerbahn, hier wechselt auch die Straßenbahnlinie 10 der Stadt Nordhausen auf die Schmalspurgleise.
Dieser Mischbetrieb ist eine Besonderheit, die es in dieser Form kaum ein zweites Mal gibt. Drei Fahrzeuge vom Typ Combino Duo befahren 11,4 Kilometer Gleis der Harzquerbahn bis zum Haltepunkt Ilfeld Neanderklinik. In der Stadt nehmen sie ihren Strom aus der Fahrleitung, auf den Gleisen der Harzquerbahn fahren sie dieselelektrisch, weil die Schmalspurstrecke keine Oberleitung hat. Vollständig in Betrieb ging der Zweisystembetrieb am 1. Mai 2004.
Die Harzquerbahn wurde nicht in einem Stück eröffnet, sondern in fünf Abschnitten über knapp zwei Jahre. Gebaut wurde von beiden Enden her, und der Lückenschluss lag ganz oben im Gebirge.
Die Reihenfolge liest sich wie das Bautagebuch: die leichten Talabschnitte zuerst, die Höhe zuletzt. Der letzte Abschnitt zwischen Drei Annen Hohne und Benneckenstein war zugleich der schwierigste, weil er über den Scheitelpunkt führt.
Auf der Harzquerbahn ist kaum ein Abschnitt eben, und das prägt jede Fahrt. In Richtung Norden, von Nordhausen nach Wernigerode, arbeitet die Lok über weite Strecken gegen die Steigung an. Kesseldruck und Wasserstand sind hier die Werte, die Du im Blick behalten musst, nicht die Geschwindigkeit.
In der Gegenrichtung dreht sich das um. Von der Höhe hinunter nach Nordhausen ist die Bremse das wichtigste Bedienelement, und 33 Promille Gefälle verzeihen wenig. Eine Schmalspurlok mit angehängtem Zug wird auf so einem Abschnitt schneller, als die meisten Fahrer beim ersten Versuch erwarten.
Dazu kommen die Bahnübergänge. Auf einer Strecke mit über 30 Betriebsstellen und vielen Straßenkreuzungen sind 40 km/h Höchstgeschwindigkeit keine Bremse, sondern eine Notwendigkeit. Welche Signale dabei gelten und wie sie sich von denen der Regelspur unterscheiden, steht im Artikel über das Signalsystem der Schmalspurbahn.
Für die Lokvorbereitung vor der Fahrt gilt das Gleiche wie im Original: Wer eine Bergstrecke fahren will, richtet vorher Feuer, Wasser und Kohle. Der Ablauf im Bahnbetriebswerk ist in einem eigenen Artikel über das Bw Wernigerode beschrieben.
Die Harzquerbahn ist das Rückgrat des Netzes, aber sie steht nicht allein. Von ihren 60,5 Kilometern zweigen zwei weitere Strecken ab, und eine Straßenbahnlinie fädelt an ihrem Südende ein.
In Drei Annen Hohne bei Kilometer 46,4 beginnt die Brockenbahn, knapp 19 Kilometer bis zum Brockenbahnhof auf 1125 Metern. In Eisfelder Talmühle bei Kilometer 17,3 trifft die Selketalbahn ein, die von Quedlinburg über Gernrode, Alexisbad und Stiege kommt. Am Bahnhof Nordhausen Nord geht die Straßenbahnlinie 10 auf die Schmalspurgleise über.
Zusammen ergibt das ein Netz von rund 140 Kilometern Meterspur. Eine Übersicht über alle vier Teile mit Längen, Steigungen und einer Empfehlung, welche Strecke sich zum Einstieg eignet, findest Du auf der Seite Strecken. Weitere Artikel zu Fahrzeugen, Betrieb und Geschichte sammelt der Bereich Wissen.
Die Harzquerbahn ist 60,5 Kilometer lang und in Meterspur (1000 mm) gebaut. Sie führt von Nordhausen in Thüringen nach Wernigerode in Sachsen-Anhalt und quert dabei den gesamten Harz.
Nach Angaben der Harzer Schmalspurbahnen dauert die Fahrt über die gesamte Harzquerbahn rund drei Stunden. Ursache sind die zulässigen 40 km/h, die vielen Halte und das Höhenprofil.
Der Scheitelpunkt der Strecke liegt auf 556 Metern über NN zwischen Sorge und Elend. Der höchste Bahnhof ist Benneckenstein mit 530 Metern über NN.
In Drei Annen Hohne bei Streckenkilometer 46,4. Dort zweigt die Brockenbahn ab und führt über Schierke auf knapp 19 Kilometern zum Brockenbahnhof auf 1125 Metern.
Einen: den Thumkuhlenkopftunnel zwischen Netzkater und Ilfeld. Mit 58 Metern Länge ist er zugleich der einzige Tunnel im gesamten Netz der Harzer Schmalspurbahnen.