Wissen · 11. August 2026
Kurz gefasst

Signale beantworten im HSB Simulator dieselbe Frage wie im Original: Darfst Du in den nächsten Streckenabschnitt oder Bahnhof einfahren, und mit welcher Geschwindigkeit? Alles andere – Kesseldruck, Fahrplan, Rangierweg – ordnet sich dieser Antwort unter.
Das Add-On bildet den Fahrbetrieb der Harzer Schmalspurbahnen bis hin zum Signalbild an den Blockstellen entlang der Strecke nach. Wer die Begriffe kennt, fährt entspannt; wer sie rät, steht irgendwann vor einem roten Flügel.
Drei Gruppen musst Du auseinanderhalten: Hauptsignale erlauben oder verbieten eine Zugfahrt, Vorsignale kündigen einen Bremsweg vorher an, was das nächste Hauptsignal zeigt, und Neben- beziehungsweise Zusatzsignale verlangen eine Handlung, ohne eine Fahrterlaubnis zu erteilen.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Netz liegt bei 40 km/h, nachzulesen auf der Seite Die Strecken im HSB Simulator. Diese Zahl täuscht: Ein Dampfzug im Gefälle braucht deutlich mehr Weg zum Anhalten, als das Tempo vermuten lässt.
Das Hauptsignal ist die einzige Stelle, an der über Halt oder Fahrt entschieden wird. Steht es auf Halt, endet Deine Fahrerlaubnis genau dort – nicht ein paar Meter dahinter.
Die drei Grundbegriffe des deutschen Systems:
Auf einem Netz, das ohnehin bei 40 km/h gedeckelt ist, ändert Hp 2 an Deiner Fahrweise wenig – es ist aber ein verlässlicher Hinweis darauf, dass hinter dem Signal eine abzweigende Weichenstraße liegt, etwa bei einer Kreuzung in einem Ausweichbahnhof.
Nach einem Halt vor Hp 0 fährst Du erst wieder an, wenn das Signal einen Fahrtbegriff zeigt. Selbstständiges Weiterrollen „weil ja nichts kommt“ ist der schnellste Weg, eine Aufgabe zu verlieren.
Ein Vorsignal erteilt niemals eine Fahrterlaubnis – es sagt Dir nur, was Du am nächsten Hauptsignal zu erwarten hast. Genau das verwechseln Einsteiger am häufigsten.
Die drei Begriffe entsprechen den Hauptsignalbildern: Vr 0 – Halt erwarten, Vr 1 – Fahrt erwarten, Vr 2 – Langsamfahrt erwarten. Beim Formvorsignal ist die volle runde Scheibe sichtbar, wenn Halt zu erwarten ist; ist sie weggedreht, gilt Fahrt erwarten. Lichtvorsignale nutzen zwei gelbe, zwei grüne beziehungsweise Grün und Gelb.
Bei Vr 0 beginnt die Bremsung sofort, nicht erst in Sichtweite des Hauptsignals. Der Abstand zwischen Vor- und Hauptsignal ist der Bremsweg, für den die Strecke ausgelegt ist – er ist keine Pufferzone.
Zwischen Vor- und Hauptsignal darf sich das Bild ändern: Ein Vorsignal auf Vr 0 kann sich auflösen, wenn der Fahrdienstleiter die Fahrstraße einstellt, während Du heranfährst. Deshalb bremst Du auf Vr 0 grundsätzlich an und beschleunigst erst wieder, wenn das Hauptsignal selbst Fahrt zeigt.
Nicht jede Betriebsstelle auf einer Schmalspurbahn hat ein Einfahrsignal. Wo keines steht, übernimmt die Trapeztafel (Signal Ne 1) die Aufgabe: ein auf der Spitze stehendes weißes Dreieck mit schwarzem Rand, das den Punkt markiert, an dem ein Zug ohne Einfahrsignal zu halten hat.
Vor der Trapeztafel wird gehalten, nicht daneben und nicht dahinter. Erst wenn die Weiterfahrt zugelassen ist, geht es in den Bahnhof – das ist der klassische Ablauf im Zugleitbetrieb, wie er auf Nebenbahnen üblich ist.
Langsamfahrsignale kündigen und begrenzen Langsamfahrstellen: Lf 1 kündigt an, Lf 2 markiert den Anfang, Lf 3 das Ende. Die Kennziffer nennt die zulässige Geschwindigkeit in Zehnerschritten – eine „3“ bedeutet 30 km/h.
Dazu kommen Tafeln, die schlicht eine Handlung verlangen. Die Pfeiftafel steht vor unbeschrankten Bahnübergängen und heißt: pfeifen. Auf einem Netz mit derart vielen Wegübergängen – und erst recht im Straßenraum von Nordhausen, wo die Straßenbahnlinie 10 auf die Gleise der Harzquerbahn wechselt – ist das kein Detail für Fortgeschrittene.
Rangiersignale und Zugfahrtsignale sind zwei getrennte Welten. Ein Signal, das eine Rangierfahrt erlaubt, erteilt keine Erlaubnis für eine Zugfahrt auf die freie Strecke – und umgekehrt.
Beim Rangieren fährst Du auf Sicht: Du bist selbst dafür verantwortlich, vor einem besetzten Gleis, einem Prellbock oder einer falsch liegenden Weiche anzuhalten. Geschwindigkeit heißt hier Schrittgeschwindigkeit, nicht Streckentempo.
Praktisch wird das überall dort, wo umgesetzt wird: am Brockenbahnhof mit seinem Umsetzgleis, in der Einsatzstelle Wernigerode an der Bekohlung oder bei den Übergaben im Selketal. Rangieraufgaben sind laut Streckenseite die dankbarsten Aufgaben des Netzes – und die, bei denen Signalfehler am wenigsten weh tun, weil man sie sofort bemerkt.
Merksatz: Solange Du rangierst, ist das Hauptsignal für Dich nicht zuständig. Sobald Du eine Zugfahrt beginnst, ist es die einzige Instanz, die zählt.
Open Rails blendet mit dem Streckenmonitor eine Übersicht ein, die das nächste Signal, seinen Begriff und die Entfernung dorthin anzeigt, dazu Geschwindigkeitswechsel und kommende Halte. Die Tastenbelegung dafür findest Du in der Hilfe-Übersicht, die Open Rails mit F1 öffnet.
Nutze die Anzeige zur Kontrolle, nicht als Hauptquelle. Wer nur auf den Monitor schaut, verpasst genau die Situationen, in denen es interessant wird – schlechte Sicht, Nebel am Brocken, ein Signal in einer Kurve.
Der Monitor ist außerdem die schnellste Möglichkeit, einen Irrtum aufzudecken: Wenn Du glaubst, ein Signal zeige Fahrt, die Anzeige aber weiter Halt meldet, hast Du wahrscheinlich ein Vorsignal für ein Hauptsignal gehalten oder ein Signal des Nachbargleises gelesen.
Ergänzend ist auf der Startseite von HSB Simulator unter „Nützliches Zubehör“ ein Signal-Handbuch als PDF gelistet. Das Add-On selbst ist noch nicht veröffentlicht – die Ankündigung läuft über den Youtube-Kanal und die Facebook-Gruppe.
Die meisten Fehler sind keine Wissenslücken, sondern Gewohnheiten aus anderen Simulatoren. Diese sechs kosten am häufigsten die Aufgabe:
Ein siebter, stiller Fehler: die Pfeiftafel ignorieren. Sie verlangt keine Bremsung, gehört aber zum korrekten Fahrverhalten und ist Teil der Aufgabenbewertung, sobald Bahnübergänge im Spiel sind.
Fang mit der Selketalbahn an. Kurze Züge, kleinere Loks und viel Kreuzungsverkehr in den Ausweichbahnhöfen ergeben genau die Situationen, in denen Signale und Halteplätze zählen, ohne dass gleichzeitig der Kesseldruck zum Problem wird.
Danach folgt die Harzquerbahn mit rund 60 Kilometern zwischen Wernigerode und Nordhausen und dem Knotenpunkt Drei Annen Hohne, wo Anschlüsse und Kreuzungen das Signalgeschehen bestimmen. Zuletzt die Brockenbahn: dauerhafte Steigung bergauf, dauerhafter Bremsbedarf bergab.
Diese Reihenfolge empfiehlt auch die Seite Die Strecken im HSB Simulator. Sie ist deshalb sinnvoll, weil jede Strecke eine andere Fehlerquelle in den Vordergrund schiebt – erst Halteplätze, dann Anschlüsse, dann Bremstechnik.
Nimm Dir pro Fahrt eine Signalart vor und sprich sie laut mit: „Vorsignal Halt erwarten“, „Hauptsignal Fahrt“. Das ist keine Spielerei, sondern die Methode, mit der auch im Original gelernt wird – nach zwei, drei Fahrten liest Du die Bilder ohne Nachdenken. Weitere Anleitungen und Hintergrundtexte sammeln sich im Bereich Wissen.
Hp 0 bedeutet Halt. Beim Formsignal steht der Flügel waagerecht, beim Lichtsignal leuchtet Rot – die Fahrerlaubnis endet genau am Signal, und weitergefahren wird erst, wenn es einen Fahrtbegriff zeigt.
Das Hauptsignal erteilt oder verweigert die Fahrterlaubnis, das Vorsignal kündigt einen Bremsweg vorher an, welchen Begriff das nächste Hauptsignal zeigt. Vor einem Vorsignal wird nie gehalten, bei Vr 0 wird gebremst.
Die Trapeztafel (Signal Ne 1) ist ein auf der Spitze stehendes weißes Dreieck mit schwarzem Rand und markiert den Haltepunkt für Züge, die eine Betriebsstelle ohne Einfahrsignal erreichen. Dort wird gehalten und die Weiterfahrt abgewartet.
Auf der Startseite von hsb-simulator.com ist unter „Nützliches Zubehör“ ein Signal-Handbuch als PDF gelistet. Das Add-On selbst ist noch nicht veröffentlicht; die Veröffentlichung wird über den Youtube-Kanal und die Facebook-Gruppe angekündigt.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Netz liegt bei 40 km/h. Langsamfahrsignale können kurzzeitig weniger vorgeben – die Kennziffer nennt die erlaubte Geschwindigkeit in Zehnerschritten.