Wissen · 25. September 2026
Kurz gefasst

Im Erkundungsmodus von Open Rails wählst Du Jahreszeit, Wetter und Uhrzeit, bevor die Fahrt beginnt. Mit der Jahreszeit Winter zeigt die Strecke verschneite Texturen, sofern sie welche mitbringt. Das Wetter Schnee sorgt für fallenden Niederschlag und eine geringere Sichtweite.
Bei Aufgaben (Activities) hat der Autor Jahreszeit und Wetter bereits festgelegt, und Open Rails übernimmt diese Vorgaben beim Start.
Jahreszeit und Wetter sind in Open Rails zwei getrennte Einstellungen. Die Jahreszeit bestimmt, wie die Landschaft aussieht, das Wetter regelt Niederschlag, Bewölkung und Sicht. So ist eine verschneite Landschaft unter klarem Himmel ebenso möglich wie Schneefall über grünen Wiesen.
Für eine stimmige Winterfahrt im Harz gehst Du so vor:
Je nach Version von Open Rails lässt sich das Wetter auch während der Fahrt über Tastenkürzel ändern. Die Belegung findest Du in der Tastaturübersicht, die Du mit F1 aufrufst.
Auf nasser, vereister oder verschneiter Schiene überträgt ein Rad weniger Kraft als auf trockenem Stahl. Das gilt für die Zugkraft beim Anfahren und genauso für die Bremskraft beim Anhalten.
Open Rails bildet diese Haftung (Adhäsion) physikalisch nach und bezieht das eingestellte Wetter mit ein. Bei Schnee schleudert die Lok beim Anfahren früher, und beim Bremsen rutschen die Räder leichter.
Eine Dampflok ist davon stärker betroffen als eine Diesellok, weil ihre Zugkraft mit jedem Kolbenhub schwankt. In den Spitzen übersteigt die Kraft auf glatter Schiene schnell die Haftung, und die Treibräder drehen durch. Dafür genügt schon ein zu weit geöffneter Regler.
Schleudern erkennst Du daran, dass sich die Treibräder im Verhältnis zur Zuggeschwindigkeit zu schnell drehen, außerdem an einer Warnung in der HUD-Anzeige (F5). Die Grundlagen zu Regler, Steuerung und Bremse erklärt der Artikel über das Fahren mit der Dampflok in Open Rails.
Auf winterlicher Schiene musst Du deutlich früher bremsen als bei trockenem Wetter. Um wie viel der Bremsweg wächst, hängt von Zuggewicht, Geschwindigkeit, Gefälle und Bremsausrüstung ab, deshalb taugt eine feste Faustzahl wenig. Verlässlicher ist, was Du auf den ersten Kilometern selbst beobachtest.
Wie Dein Zug an diesem Tag bremst, zeigt eine einfache Probe. Leite auf einem geraden, ebenen Abschnitt bei mäßiger Geschwindigkeit eine leichte Bremsstufe ein und sieh zu, wie schnell die Geschwindigkeitsanzeige fällt. Diesen Wert nimmst Du als Maßstab für die nächsten Halte.
Diese Gewohnheiten haben sich bei Winterfahrten bewährt:
Bei der Talfahrt vom Brocken zieht die Schwerkraft den Zug über viele Kilometer bergab. Einen verspäteten Bremseinsatz holst Du dort auf glatter Schiene kaum noch auf.
Auf glatter Schiene fährst Du mit wenig Regleröffnung, weit ausgelegter Steuerung und etwas Sand an. Erst wenn der ganze Zug rollt, öffnest Du den Regler weiter und nimmst die Steuerung schrittweise zurück.
Schleudert die Lok, schließt Du den Regler sofort ein Stück. Sobald die Räder wieder greifen, gibst Du mit Sand vorsichtig erneut Dampf. Ein durchdrehendes Rad bringt den Zug nicht voran und kostet Dampf und Wasser.
An langen Steigungen kommst Du mit gleichmäßigem Tempo besser hinauf als mit einem kräftigen Anlauf. Bleibt der Zug auf der Bergstrecke stehen, kommt er auf verschneiter Schiene nur mühsam wieder in Gang. Stelle Regler und Steuerung deshalb so ein, dass die Lok über die ganze Steigung ruhig zieht, und halte genug Kesseldruck für den Rest des Anstiegs.
Sand ist an der Steigung knapp. Setze ihn gezielt dort ein, wo die Räder zu rutschen beginnen, und lass den Sandstreuer nicht dauerhaft laufen.
Bei Nebel oder dichtem Schneefall richtest Du die Geschwindigkeit nach der Sichtweite. Ein Signal, einen Bahnübergang oder ein Hindernis musst Du so früh erkennen, dass Du davor noch zum Stehen kommst. Weil der Bremsweg auf glatter Schiene ohnehin länger ist, musst Du im Winternebel besonders langsam fahren.
Der Harz liegt im Winter häufig in den Wolken. Der Brocken ist für seine vielen Nebeltage bekannt, auf dem Gipfel ist schlechte Sicht eher die Regel als die Ausnahme. Wer dort realistisch fahren will, wählt im Simulator bewusst ein Wetter mit geringer Sichtweite.
Streckenkenntnis hilft bei eingeschränkter Sicht viel. Wenn Du weißt, wo ein Signal steht, bereitest Du den Halt vor, bevor es aus dem Nebel auftaucht. Wie Du Signalbilder im Simulator deutest, erklärt der Beitrag über das richtige Lesen von Signalen.
Der Track Monitor von Open Rails (F4) zeigt Dir den Abstand zum nächsten Signal und dessen Stellung, auch wenn draußen nichts zu sehen ist. Wer ohne diese Hilfe fahren will, blendet ihn aus und verlässt sich auf Kilometertafeln und Streckenkenntnis.
Die Brockenbahn von Drei Annen Hohne auf den Brocken ist die typische Winterstrecke der Harzer Schmalspurbahnen. Der Gipfel liegt auf 1141 m, und oben ist das Wetter oft anders als im Tal: Während es in Wernigerode regnet, kann auf dem Brocken Schnee liegen.
Im Simulator lässt sich dieser Wechsel nur annähernd nachbilden, weil Open Rails zu Beginn einer Fahrt ein Wetter für die ganze Strecke festlegt. Willst Du den Aufstieg in Schnee und Nebel fahren, wählst Du das Winterwetter also von Anfang an.
Bergauf kommt es auf den Dampfhaushalt und eine gleichmäßige Zugkraft an, bergab auf die Bremse. Bei Nebel am Gipfel musst Du zusätzlich die Geschwindigkeit an die Sicht anpassen.
Wo die Steigungen liegen und welche Bahnhöfe unterwegs folgen, liest Du im Beitrag über die Strecke hinauf zum Brocken nach. Einen Überblick über alle nachgebildeten Abschnitte gibt die Streckenseite.
Das Add-On ist noch nicht veröffentlicht. Den aktuellen Stand des Projekts findest Du auf der Startseite.
Im Erkundungsmodus von Open Rails wählst Du vor dem Start die Jahreszeit Winter und das Wetter Schnee. Bei Aufgaben (Activities) übernimmt Open Rails die Wettervorgaben, die der Autor der Aufgabe festgelegt hat.
Ja, Open Rails berücksichtigt das Wetter bei der Haftung zwischen Rad und Schiene, sodass die Bremswege bei Schnee länger werden. Auf verschneiter Schiene bremst Du deshalb früher und in mehreren leichten Stufen.
Wenn die Dampflok in Open Rails schleudert, schließt Du den Regler ein Stück, bis die Räder wieder greifen, und setzt Sand ein, falls die Lok einen Sandstreuer hat. Danach gibst Du vorsichtig wieder Dampf.
Der Track Monitor (F4) in Open Rails zeigt den Abstand zum nächsten Signal und dessen Stellung auch bei schlechter Sicht. Ohne ihn fährst Du auf Sicht und passt die Geschwindigkeit an die Sichtweite an.
Nein, der HSB Simulator als Freeware-Add-On für Open Rails ist noch nicht veröffentlicht. Die Hinweise zu Wetter und Fahrdynamik in diesem Artikel gelten aber allgemein für Fahrten in Open Rails.