Harz · Deutschland HSB Simulator

Die virtuelle Harzer Schmalspurbahn für Open Rails

Spurweite
1000 mm
Netz
140,4 km
Engine
Open Rails

Wissen · 6. August 2026

Bahnhof Wernigerode: Gleisplan und Betriebsablauf

Kurz gefasst

Bahnhof Wernigerode im HSB Simulator
Bahnhof Wernigerode im HSB Simulator

Warum Wernigerode der Ausgangspunkt des Netzes ist

Wernigerode ist der nördliche Endpunkt der Harzquerbahn und damit der Startbahnhof für die rund 60 Kilometer lange Fahrt quer über den Harz nach Nordhausen.

Von hier klettert die Strecke über Wernigerode-Hasserode und Steinerne Renne stetig bergauf bis zum Knotenpunkt Drei Annen Hohne, an dem die Brockenbahn abzweigt. Wer in Wernigerode losfährt, hat die längste zusammenhängende Bergfahrt des Netzes vor sich.

Der Bahnhof ist zugleich Schnittstelle zum Regelspurnetz: Direkt neben den Meterspurgleisen halten die normalspurigen Regionalzüge der Deutschen Bahn. Für den Simulatorbetrieb heißt das, dass Wernigerode kein abgeschottetes Bahnbetriebswerk ist, sondern ein Bahnhof im Stadtgefüge mit Reisenden, Straßenverkehr in der Nachbarschaft und viel Publikum am Bahnsteig.

Eine Übersicht über alle vier Teile des Netzes – Harzquerbahn, Brockenbahn, Selketalbahn und Straßenbahnlinie 10 in Nordhausen – findest Du auf der Seite Strecken.

Der Gleisplan: drei Bereiche mit klaren Aufgaben

Der Gleisplan von Wernigerode lässt sich am einfachsten über die Funktion der Bereiche lesen, nicht über Gleisnummern.

Bahnsteigbereich: Hier stehen die abfahrbereiten Reisezüge Richtung Drei Annen Hohne, Brocken und Nordhausen. Weil die Züge lokbespannt sind und die Loks nicht wenden können wie ein Triebwagen, gehört zu diesem Bereich immer auch die Frage, wie die Maschine wieder an das andere Zugende kommt.

Rangier- und Abstellbereich: Hier werden Wagen abgestellt, Zugverbände verlängert oder gekürzt und Reservewagen bereitgehalten. Der Bereich liegt so, dass Rangierfahrten den ausfahrenden Reisezugverkehr möglichst wenig behindern – ein Prinzip, das man im Simulator schnell zu schätzen lernt, wenn man es einmal missachtet hat.

Einsatzstelle: Der Lok-Bereich mit Schuppen, Bekohlung und Wasserversorgung. Dorthin läuft jede Dampflok vor und nach dem Zugdienst.

Die drei Bereiche hängen über wenige Weichenverbindungen zusammen. Genau das macht den Bahnhof betrieblich interessant: Es gibt nicht beliebig viele Wege von A nach B, sondern meist einen sinnvollen und mehrere umständliche.

Die Einsatzstelle Wernigerode: Kohle, Wasser, Schuppen

Die Einsatzstelle ist der Ort, an dem eine Dampflok für ihren Einsatz vorbereitet und danach wieder versorgt wird.

Zur Anlage gehören der Lokschuppen als Unterstellmöglichkeit, die Bekohlungsanlage zum Nachfüllen des Kohlevorrats und die Wasserversorgung für den Tender beziehungsweise die Wasserkästen. Für die Neubau-Dampfloks der Baureihe 99.23 mit ihren großen Vorräten ist das keine Formalie: Kohle und Wasser bestimmen, wie weit ein Umlauf trägt.

Im praktischen Ablauf ist die Einsatzstelle kein Durchgangsgleis, sondern eine Sackgasse mit Kopfmachen. Die Lok fährt hinein, wird versorgt, und muss den Weg zum Bahnsteig anschließend in umgekehrter Richtung antreten. Wer das beim Planen der Rangierfahrt übersieht, steht mit der Maschine falsch herum vor dem Zug.

Rund um die Anlagen liegt der Rest des Betriebs: Schlacke, Werkzeug, abgestellte Fahrzeuge. Im HSB Simulator ist genau dieses Umfeld nachgebildet, weil es den Unterschied zwischen einer Kulisse und einem Betriebsbahnhof ausmacht.

Westerntor: Straßenkreuzung und Werkstattbereich

Wenige hundert Meter südlich des Bahnhofs liegt Wernigerode Westerntor – der bekannteste Punkt der Strecke im Stadtgebiet.

Dort quert die Meterspur eine Straßenkreuzung niveaugleich. Der Zug fährt im Schritttempo mitten durch den Autoverkehr, mit Läutewerk und Blick auf die Fahrbahn. Fotografisch ist das eine der meistabgelichteten Stellen der Harzer Schmalspurbahnen; fahrdienstlich ist es eine Stelle, an der Tempo und Aufmerksamkeit zusammenkommen müssen.

Am Westerntor befinden sich außerdem die Werkstattanlagen der Harzer Schmalspurbahnen. Für den Fahrbetrieb bedeutet das zusätzliche Gleisverbindungen und Fahrzeuge, die dort abgestellt sind statt am Bahnhof.

Wer aus Wernigerode ausfährt, hat also nach wenigen Minuten schon die erste anspruchsvolle Stelle vor sich – lange bevor die eigentliche Bergfahrt beginnt.

Betriebsablauf: eine Zugvorbereitung Schritt für Schritt

Der typische Ablauf vor einer Abfahrt in Wernigerode folgt einer festen Reihenfolge. Sie gilt im Vorbild wie im Simulator:

  1. Lok vorbereiten: Feuer und Kesseldruck aufbauen, Vorräte prüfen, Bremse und Beleuchtung kontrollieren.
  2. Versorgen: Kohle fassen an der Bekohlung, Wasser nehmen. Das passiert vor dem Zugdienst, nicht zwischendurch – unterwegs gibt es dafür kaum Gelegenheit.
  3. Ausfahrt aus der Einsatzstelle: Kopfmachen und Fahrweg zum Zug nehmen, ohne dabei den Bahnsteigbereich zu blockieren.
  4. Ankuppeln: An den bereitgestellten Wagenzug heranfahren, kuppeln, Bremsleitung verbinden.
  5. Bremsprobe: Vor der Abfahrt Druck aufbauen, Bremse anlegen und lösen, Wirkung prüfen. Auf einer Strecke mit derartigen Neigungen ist das der wichtigste Punkt der Liste.
  6. Abfahren: Vorsichtig anfahren, im Bahnhofsbereich langsam bleiben und erst hinter den Weichen beschleunigen.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Netz liegt bei 40 km/h – im Bahnhofs- und Rangierbereich fährst Du deutlich darunter. Wer meint, im Bahnhof Zeit gutmachen zu können, verliert sie meist an anderer Stelle wieder.

Rangierwege und typische Fehler beim Umsetzen

Rangieren in Wernigerode heißt vor allem: den Fahrweg vorher zu Ende denken.

Der häufigste Anfängerfehler ist das Umsetzen ohne Plan. Die Lok wird abgekuppelt, fährt vor, und erst dann fällt auf, dass der geplante Weg über ein besetztes Gleis führt oder dass eine Weiche in die falsche Richtung liegt. Danach ist die Fahrt nicht falsch, aber sie dauert dreimal so lang.

Der zweite typische Fehler ist zu schnelles Heranfahren an den Wagenzug. Kuppeln funktioniert nur im Schritttempo; wer zu forsch anrollt, schiebt den Zug an oder beschädigt ihn.

Der dritte Fehler betrifft die Reihenfolge: erst versorgen, dann ankuppeln. Wer erst den Zug nimmt und dann feststellt, dass Wasser fehlt, muss den ganzen Vorgang rückwärts wiederholen.

Als Übungsreihenfolge hat sich bewährt, Rangieraufgaben zuerst auf der Selketalbahn mit kurzen Zügen und kleinen Loks zu fahren und erst danach den größeren Bahnhof Wernigerode anzugehen. Hintergrundwissen zu den Fahrzeugen und ihrer Bedienung sammelst Du im Bereich Wissen.

Was im HSB Simulator nachgebildet ist

Im HSB Simulator ist Wernigerode als zusammenhängender Betriebsbereich angelegt: Bahnhof mit Bahnsteigen, Empfangsgebäude, die Einsatzstelle mit Lokschuppen und Bekohlung sowie die Ausfahrt Richtung Westerntor.

Die Umgebung stammt aus demselben Ansatz wie das übrige Netz – über 700 nachgebildete Sehenswürdigkeiten des Harzes und ein Gelände auf Basis von NASA-Höhendaten über eine Fläche von rund 1.600 Quadratkilometern. Der Wiedererkennungswert entsteht dadurch nicht aus einzelnen Prunkstücken, sondern aus der Summe: Gebäude, Straßenverlauf und Geländekante passen zusammen.

Betrieblich lassen sich in Wernigerode die Aufgaben fahren, die den Bahnhof im Vorbild ausmachen: Zugvorbereitung, Umsetzen, Rangiermanöver und die Ausfahrt in den Stadtverkehr. Zu den 30 enthaltenen Missionen des Add-Ons gehören Aufgaben mit Rangiermanövern und Gegenzügen, jeweils in deutscher und englischer Sprache.

Wichtig zur Einordnung: Der HSB Simulator ist ein kostenloses Freeware-Add-On für Open Rails und befindet sich noch in Entwicklung. Er steht bislang nicht zum Herunterladen bereit – die Beschreibungen hier zeigen den Stand der Arbeiten, keinen Auslieferungszustand.


Häufige Fragen

Wo beginnt die Harzquerbahn?

Die Harzquerbahn beginnt im Bahnhof Wernigerode am Nordrand des Harzes und führt auf rund 60 Kilometern über Drei Annen Hohne, Benneckenstein und Ilfeld nach Nordhausen.

Was ist die Einsatzstelle Wernigerode?

Die Einsatzstelle Wernigerode ist der Lokbereich des Bahnhofs mit Lokschuppen, Bekohlungsanlage und Wasserversorgung. Dort werden die Dampfloks vor dem Zugdienst vorbereitet und danach wieder versorgt.

Was ist die Kreuzung Westerntor in Wernigerode?

Am Westerntor, wenige hundert Meter südlich des Bahnhofs Wernigerode, quert die Meterspurstrecke eine Straßenkreuzung niveaugleich. Der Zug fährt dort im Schritttempo mitten durch den Straßenverkehr; in unmittelbarer Nähe liegen die Werkstattanlagen der Harzer Schmalspurbahnen.

Kann man den HSB Simulator schon herunterladen?

Nein. Der HSB Simulator ist ein Freeware-Add-On für Open Rails, das sich noch in Entwicklung befindet und bisher nicht zum Download bereitsteht.

Warum muss die Lok in Wernigerode umsetzen?

Die Züge der Harzer Schmalspurbahnen sind lokbespannt, und Wernigerode ist Endbahnhof. Die Lok muss deshalb über die Weichenverbindungen an das andere Zugende umsetzen, bevor der Zug in die Gegenrichtung abfahren kann.

Demnächst hier erhältlich.

Die Veröffentlichung wird auf dem Youtube-Kanal von HSB Simulator angekündigt.

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