Harz · Deutschland HSB Simulator

Die virtuelle Harzer Schmalspurbahn für Open Rails

Spurweite
1000 mm
Netz
140,4 km
Engine
Open Rails

Wissen · 4. August 2026

Dampfloks der HSB: Neubauloks, Mallets und Einsätze

Kurz gefasst

Der historische Traditionszug zum Brocken
Der historische Traditionszug zum Brocken

Welche Dampflokomotiven bei der HSB fahren

Die Harzer Schmalspurbahnen halten 25 historische Dampflokomotiven im Bestand und setzen sie planmäßig ein — täglich, das ganze Jahr über, im normalen Fahrplan und nicht nur zu Sonderfahrten. In dieser Dimension gibt es das sonst nirgendwo mehr.

Der Fuhrpark teilt sich in drei gut unterscheidbare Gruppen: die schweren Neubauloks der Baureihe 99.23-24 aus den 1950er Jahren, die deutlich älteren Mallet-Maschinen der ehemaligen Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn (NWE) und einige Einzelgänger und Kleinloks, die von den Harzer Privatbahnen übernommen wurden.

Diese Aufteilung ist kein museales Detail, sondern bestimmt den Betrieb: Welche Lok vor welchem Zug hängt, hängt von Zuglänge, Steigung und Streckenprofil ab. Der HSB Simulator bildet den kompletten Fuhrpark für Open Rails nach, sodass sich diese Zuordnung auch virtuell nachvollziehen lässt.

Die Neubauloks der Baureihe 99.23-24

Die Neubauloks sind das Rückgrat des Harzer Dampfbetriebs. Gebaut wurden sie zwischen 1954 und 1956 beim Lokomotivbau Karl Marx in Babelsberg, insgesamt 17 Maschinen — die letzte in Deutschland in Serie gebaute Schmalspur-Dampflokbaureihe.

Technisch handelt es sich um Heißdampfloks mit der Achsfolge 1'E1': fünf gekuppelte Treibachsen zwischen einer vorlaufenden und einer nachlaufenden Laufachse. Die fünf gekuppelten Achsen bringen das Gewicht auf die Schiene, das für schwere Züge am Berg nötig ist; die Laufachsen sorgen für ruhigen Lauf in den engen Bögen der Meterspur.

Mit rund 700 PS Leistung ziehen die Neubauloks die langen Brockenzüge, die im Sommer aus vielen Wagen bestehen. Heute tragen sie die EDV-Betriebsnummern 99 7222 bis 99 7247; einzelne Maschinen sind zusätzlich in historischer Lackierung und mit älteren Nummernschildern unterwegs.

Für den Fahrbetrieb heißt das: Eine Neubaulok verzeiht mehr als eine kleine Maschine, verlangt aber auch mehr Kohle und mehr Vorlauf beim Heizen, wenn der Kessel eine halbe Stunde Volllast am Stück durchhalten soll.

Mallet-Loks von 1897 und 1898

Die ältesten betriebsfähigen Lokomotiven im Harz sind Mallets: 99 5901, 99 5902 und 99 5903 wurden 1897 und 1898 für die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn gebaut und stehen damit seit dem Beginn des Streckenbetriebs im Dienst.

Eine Mallet ist eine Verbundlokomotive mit zwei Triebwerken. Der Dampf arbeitet zweimal: zuerst im hinteren Hochdruckzylinderpaar, danach im vorderen Niederdruckpaar. Das vordere Triebgestell ist gegenüber dem Rahmen drehbar gelagert — genau deshalb kommen diese Loks mit den engen Radien der Schmalspurstrecken zurecht.

Eine vierte Mallet, die 99 5906, kam von der Gernrode-Harzgeroder Eisenbahn aus dem Selketal zur HSB. Alle Mallets sind heute vor allem vor Traditions- und Sonderzügen zu sehen, etwa vor dem historischen Zug zum Brocken.

Zu erkennen sind sie schon am Klang: Der Auspuffschlag einer Nassdampf-Mallet ist weicher und dumpfer als das harte Schlagen einer Neubaulok.

99 6001 und die Loks der Privatbahnen

Die 99 6001 ist ein Einzelstück: 1939 von Krupp für die Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn gebaut, mit der Achsfolge 1'C1' — nur drei gekuppelte Achsen und damit deutlich leichter und kürzer als eine Neubaulok.

Genau das ist ihr Einsatzprofil. Wo kurze Züge, leichter Oberbau und enge Bahnhöfe den Ton angeben, ist eine kleine Maschine im Vorteil. Die 99 6001 gilt als klassische Selketalbahn-Lok und ist regelmäßig vor historisch zusammengestellten Zügen unterwegs.

Dazu kommen weitere ältere Maschinen, die von den Harzer Privatbahnen stammen und heute überwiegend im Traditions- und Sonderverkehr laufen. Sie machen den Unterschied im Fuhrpark aus: Die HSB fährt nicht mit einer einzigen Standardlok, sondern mit einem über Jahrzehnte gewachsenen Bestand.

Welche Lok auf welcher Strecke sinnvoll ist

Die Streckenwahl entscheidet über die Lokwahl. Ein Überblick über die vier Teile des Netzes steht auf der Seite Die Strecken im HSB Simulator; für die Loks gelten dabei diese Faustregeln:

Im gesamten Netz gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Anspruchsvoll ist deshalb nicht das Tempo, sondern das Halten der Fahrzeit auf kurvenreicher Trasse.

Was eine Dampflok in Open Rails vom Fahrer verlangt

Open Rails simuliert die Dampflok als physikalisches System und nicht als Fahrzeug mit einem Gaspedal. Kesseldruck, Wasserstand, Feuer, Regler und Steuerung hängen voneinander ab — wer eines davon vernachlässigt, merkt es zehn Minuten später am Berg.

Die typische Fehlerkette bei der Bergfahrt: Regler zu weit geöffnet, Feuer zu spät nachgelegt, Kesseldruck fällt, Zug bleibt auf halber Strecke stehen. Vorausschauendes Heizen ist auf der Brockenbahn wichtiger als jede Einstellung im Menü.

Auf der Talfahrt kehrt sich das um: Dann ist die Bremse das entscheidende Bedienelement, und die Bremsprobe vor der Abfahrt gehört zum Ablauf. Eine schwere Neubaulok mit vollem Zug bergab lässt sich nicht kurzfristig zum Stehen bringen.

Weitere Anleitungen zu Fahrpraxis, Signalkunde und Betriebsablauf sammeln sich im Bereich Wissen.

Vom Lokschuppen bis zur Ausfahrt: das Bw Wernigerode

Zum Dampfbetrieb gehört die Lokvorbereitung, und die beginnt im Bahnbetriebswerk Wernigerode. Lokschuppen, Bekohlungsanlage, Wasserkran und Schlackegrube sind im HSB Simulator nachgebildet.

Damit lässt sich der Weg einer Lok in der richtigen Reihenfolge nachfahren: aus dem Schuppen ziehen, Kohle fassen, Wasser nehmen, Schlacke abstellen, dann zum Zug setzen. Wer das überspringt, fährt mit dem los, was noch im Tender ist — auf der Bergstrecke keine gute Ausgangslage.

Das Bw ist außerdem der Ort, an dem sich der Fuhrpark am besten vergleichen lässt: Neubaulok neben Mallet, Größenunterschied auf einen Blick.

Status des Add-Ons und wie Du Dich vorbereitest

Der HSB Simulator ist ein kostenloses privates Freizeitprojekt und noch nicht veröffentlicht. Es gibt derzeit keinen Download; die Veröffentlichung wird über den Youtube-Kanal und die Facebook-Gruppe von HSB Simulator angekündigt.

Vorbereiten lässt sich trotzdem etwas. Basis ist der kostenlose Zugsimulator Open Rails in der Stable-Version 1.4, den Du schon jetzt installieren und mit anderen Strecken kennenlernen kannst — Regler, Steuerung und Bremse einer Dampflok bedienen sich dort überall gleich.

Sinnvolle Schritte vorab:

  1. Open Rails Stable 1.4 installieren und die Verzeichnisstruktur unter Open Rails\Content\Routes anschauen — dort landet das Streckenpaket später.
  2. Die Systemvoraussetzungen prüfen: Windows 7 bis 11 (64-Bit), DirectX 11, 8 GB RAM, dedizierte Grafikkarte mit 2 GB VRAM, rund 15 GB freier Speicherplatz. macOS, Linux und Xbox werden nicht unterstützt.
  3. Mit dem Streckennetz vertraut machen, damit die Zuordnung von Lok und Strecke später sitzt.

Häufige Fragen

Wie viele Dampfloks haben die Harzer Schmalspurbahnen?

Die Harzer Schmalspurbahnen halten 25 historische Dampflokomotiven im Bestand und setzen sie planmäßig im täglichen Fahrbetrieb ein. Der HSB Simulator bildet diesen Fuhrpark für Open Rails vollständig nach.

Was ist eine Neubaulok der Baureihe 99.23-24?

Die Neubauloks der Baureihe 99.23-24 sind Heißdampf-Schmalspurlokomotiven mit der Achsfolge 1'E1', die zwischen 1954 und 1956 beim Lokomotivbau Karl Marx in Babelsberg gebaut wurden. Es entstanden 17 Maschinen; sie tragen heute die Betriebsnummern 99 7222 bis 99 7247 und ziehen die schweren Brockenzüge.

Warum heißen die alten Harzer Loks Mallet-Loks?

Eine Mallet ist eine Verbundlokomotive mit zwei Triebwerken, bei der der Dampf zuerst im Hochdruck- und danach im Niederdruckzylinderpaar arbeitet und deren vorderes Triebgestell drehbar gelagert ist. Dadurch kommen die Harzer Mallets 99 5901, 99 5902 und 99 5903 von 1897/1898 mit engen Bogenradien zurecht.

Welche Lok eignet sich für die Brockenbahn?

Für die Brockenbahn mit ihren Steigungen von bis zu 33 Promille sind die Neubauloks der Baureihe 99.23-24 die passende Wahl, weil hier über eine längere Bergfahrt hinweg Dauerleistung und Zuglast entscheidend sind. Kleinere Maschinen wie die 99 6001 gehören eher ins Selketal.

Kann ich den HSB Simulator schon herunterladen?

Nein, der HSB Simulator ist noch nicht veröffentlicht und steht derzeit nicht zum Download bereit. Die Veröffentlichung des kostenlosen Add-Ons wird auf dem Youtube-Kanal und in der Facebook-Gruppe von HSB Simulator angekündigt.

Demnächst hier erhältlich.

Die Veröffentlichung wird auf dem Youtube-Kanal von HSB Simulator angekündigt. Abonniere den Kanal hier.